Im Rheinland-Pfalz zeigt sich ein besorgniserregender Anstieg psychischer Erkrankungen, insbesondere bei Mädchen. Der aktuelle Bericht der DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse) belegt, dass im Jahr 2024 bereits 63 von 1.000 DAK-versicherten Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren mit Angststörungen in Behandlung sind. Dies entspricht einem Anstieg von 40% im Vergleich zu 2019. Diese Entwicklungen sind nicht zu ignorieren, wenn man bedenkt, dass bei gleichaltrigen Jungen die Zahl der behandelten Fälle lediglich bei 20 liegt, was einem Anstieg von nur 3% entspricht.

Die Ursachen für diesen Anstieg sind vielfältig. Zukunftsängste, Krisen und die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie spielen eine zentrale Rolle. Die Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz, Sabine Maur, weist darauf hin, dass die mediale Präsenz globaler Krisen die Ängste von Jugendlichen verstärkt. Ein weiterer besorgniserregender Trend ist die Zunahme sozialer Ängste, die durch soziale Medien noch verstärkt werden. Auch Depressionen und Essstörungen sind bei Mädchen ein wachsendes Problem, mit einem Anstieg von 27% bzw. 56% seit 2019.

Chronifizierung psychischer Probleme

Besonders alarmierend ist die zunehmende Chronifizierung psychischer Probleme. Seit 2019 ist die Zahl der Mädchen mit gleichzeitigen Angststörungen und Depressionen um 76% gestiegen. Laut dem DAK Kinder- und Jugendreport 2023 sind 2,9% der im Jahr 2022 mit Depressionen behandelten jugendlichen Mädchen auch von einer komorbiden Angststörung betroffen. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2019 um 84% gestiegen, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.

Der DAK Kinder- und Jugendreport bildet eine umfassende Analyse der Kindesgesundheit in Deutschland ab und stützt sich auf anonymisierte Abrechnungsdaten von rund 800.000 versicherten Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre. Die Daten zeigen, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit mindestens einem ambulanten Arztbesuch seit 2021 leicht steigend ist, nachdem er im Jahr 2020 einen Rückgang erlitten hat.

Ein Aufruf zu mehr Prävention

Die Zahlen sind ernüchternd: Hochgerechnet sind 66,5 von 1.000 versicherten Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren in Behandlung wegen Angststörungen, was etwa 75.500 Teenagerinnen entspricht. Zudem hat sich die Zahl der chronischen Angststörungen bei Mädchen in den letzten Jahren verdoppelt. Experten fordern daher mehr Präventions- und Unterstützungsangebote in Schulen, Kitas und Jugendzentren, um den betroffenen Jugendlichen besser zur Seite zu stehen.

Um den Herausforderungen, die das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen betreffen, gerecht zu werden, ist ein gemeinsames Handeln von Eltern, Schulen und Gesundheitseinrichtungen gefragt. Die DAK hat in Rheinland-Pfalz rund 330.000 Versicherte, und es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die Daten und Analysen belegen eindrücklich, dass die Unterstützung und das Verständnis für die Belange junger Menschen in unserer Gesellschaft von entscheidender Bedeutung sind. Weitere Informationen zu den Entwicklungen finden Sie in den Berichten der DAK, insbesondere in den DAK-Kinder- und Jugendreport 2023 und dem DAK-Report zur psychischen Gesundheit.