Die Diskussion über Gewalt und Respektlosigkeit an Schulen nimmt immer größere Dimensionen an. Insbesondere an der Karolina-Burger-Realschule in Ludwigshafen herrschen erschreckende Zustände. Ein Lehrer, dessen Identität aus Angst vor Disziplinarverfahren anonym bleibt, beschreibt die Atmosphäre an seiner Schule als geprägt von Ohnmacht und einem alltäglichen Klima der Gewalt. “Die Schüler kommen oft ohne die grundlegendsten Materialien wie Bücher oder Stifte zur Schule, und viele haben mit dem Lesen und Schreiben so ihre Schwierigkeiten”, erzählt er. Der Schulleiter und die Lehrer sind verzweifelt, während die Sitten verrohen und die Polizeistatistiken besorgniserregend sind, wie auch die rheinpfalz.de berichtet.
Die Zustände an der Karolina-Burger-Realschule sind mehr als alarmierend. Schüler, die oft grundlegende Regeln des Zusammenlebens nicht kennen, sind nicht in der Lage, selbst einfache Rechenregeln zu befolgen. “Wir müssen Schlägereien im Klassenzimmer ignorieren, um unseren Unterricht fortsetzen zu können”, erklärt der Lehrer. In einem Vorfall im Mai wurde eine Lehrerin sogar mit einem Messer bedroht, was als “Kipppunkt” in der Schulleitung bezeichnet wurde. Das führt zu einer solchen Desillusionierung unter den Lehrkräften, dass viele über Kündigungen nachdenken, während 41% der Lehrer einen akuten Handlungsbedarf beim Personalmangel sehen, so das Deutsche Schulbarometer, das von der Robert Bosch Stiftung erfasst wurde.
Die Lage an Schulen in Deutschland
Der Bericht der Robert Bosch Stiftung zeigt, dass 47% der Lehrkräfte in Deutschland physische oder psychische Gewalt unter Schülern erleben. Besonders betroffen sind Schulen in sozial benachteiligten Gegenden. 36% der Lehrer geben an, sich mehrmals pro Woche emotional erschöpft zu fühlen. Trotz dieser besorgniserregenden Zahlen sind 75% der Lehrkräfte mit ihrem Beruf zufrieden, wie die Tagesschau berichtet. Hier stellt sich die Frage: Wie lange kann dieses System noch funktionieren, ohne dass umfassende Reformen initiiert werden?
Die Schulpolitiker, wie Sven Teuber von der SPD, diskutieren bereits über mögliche Lösungen, doch Lehrer fordern mehr Sicherheit gefährlicher Bedingungen, etwa durch Videoüberwachung und kleinere Klassen. Der bürokratische Aufwand, um Schüler aus dem Unterricht auszuschließen, erweist sich als Hemmschuh für disziplinarische Maßnahmen.
Ein Weg in die Zukunft?
Das Jugendamt und Schulpsychologen sollen verstärkt unterstützen. Bisherige Maßnahmen und finanzielle Mittel gelten als unzureichend. Viele Lehrkräfte sind frustriert, weil ihre Brandbriefe an die Aufsichtsbehörde ADD in Trier wenig bewirken. “Die Zukunft der Bildung sieht düster aus, wenn sich nichts ändert”, bringt der Lehrer seine Sorgen auf den Punkt. Politische Entscheidungsträger sind also gefordert, um zeitnah Änderungen herbeizuführen und den Lehrern das Gefühl der Sicherheit zurückzugeben, das für einen funktionierenden Schulbetrieb unerlässlich ist.