In Speyer bleibt es in diesem Jahr überraschend still rund um die Uhus am Dom. Sven Ofer, ehrenamtlicher Vogelsachverständiger, beobachtet bereits seit zwei Jahrzehnten das treue Paar am historischen Bauwerk, doch bisher ist von einem Uhu-Nachwuchs 2026 noch nichts zu hören. Ofer hat in den letzten Wochen immer wieder in den frühen Morgenstunden und der Dämmerung nach den markanten Rufen der großen Eulenart gelauscht, allerdings blieb er bislang erfolglos. Die Hoffnung auf ein Gelege ist zwar noch vorhanden, doch die Rahmenbedingungen deuten auf eine düstere Entwicklung hin. Rheinpfalz berichtet, dass in den vergangenen Jahren regelmäßig der Nachwuchs im Brutkasten des Speyerer Doms erfolgreich war.

Die Ursachen für die ausgebliebene Fortpflanzung könnten vielfältig sein. Eine Drohne, die unlängst in der Nähe der Brutkästen gesichtet wurde, könnte negative Auswirkungen auf die Brutgewohnheiten der Uhus gehabt haben. Berichten zufolge könnte diese Drohne, die für unautorisierte Aufnahmen genutzt wurde, möglicherweise dazu geführt haben, dass das Uhu-Paar die Umgebung verlassen hat. Wenig erfreuliche Nachrichten, besonders, da bereits im Jahr 2023 kein Gelege am Dom gefunden wurde. SWR hebt hervor, dass Uhus äußerst sensibel auf Störungen reagieren, was ihre Brutgewohnheiten erheblich beeinflussen kann.

Der Uhu – Ein majestätischer Greifvogel

Der Uhu, wissenschaftlich als Bubo bubo bekannt, ist nicht nur die größte Eulenart Europas, sondern auch ein wahres Prachtexemplar unter den Greifvögeln. Mit einer Spannweite von bis zu 1,80 Metern und einem markanten Aussehen, das durch große, orangefarbene Augen und auffällige Federohren geprägt ist, hat der Uhu einen ganz eigenen Charme. Die Eulen sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und kommen in einer Vielzahl von Lebensräumen vor. Dies kann von waldreichen Gebieten bis hin zu städtischen Räumen reichen. Ihre Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit in der Nahrungsaufnahme machen sie zu beeindruckenden Jägern. Naturschutzinformationen erläutert, dass Uhus vor allem Kleinsäuger und Vögel über 40 Kilometer von ihrem Brutplatz entfernen jagen können.

In Deutschland gilt der Uhu als streng geschützt, da die Bestände in den 1960er Jahren auf erschreckende Weise zurückgingen. Damals gab es in ganz Deutschland weniger als 50 Brutpaare. Dank erfolgreicher Schutzmaßnahmen hat sich die Population jedoch wieder erholt, und aktuelle Schätzungen gehen von etwa 3.000 Brutpaaren in Deutschland aus. Insbesondere am Speyerer Dom fand in der Vergangenheit eine regelmäßige Fortpflanzung statt, die das Engagement von Sven Ofer und den zuständigen Behörden Spuren hinterlassen hat.

Was bringt die Zukunft?

Die nächsten Tage werden für Sven Ofer und die Uhus entscheidend sein. Geplant ist die Überprüfung weiterer Brutkästen, um mögliche Aktivitäten des Uhu-Paares zu beobachten. Es bleibt zu hoffen, dass die sensiblen Greifvögel nicht durch äußere Einflüsse wie die Drohne in ihrer Fortpflanzung gestört werden. Ofer arbeiteteng mit dem Dombauamt sowie dem Dom-Kulturmanagement zusammen, das auch auf Missständen wie dem unautorisierten Drohnenflug hinweist. Bei Verstößen gegen Sperrungen am Dombereich können hohe Bußgelder und sogar strafrechtliche Verfolgung drohen.

So bleibt Speyer auf der Hut und hofft auf gute Nachrichten bezüglich des Uhu-Nachwuchses – vielleicht hören wir bald wieder das unverwechselbare „buho“ der majestätischen Eulen.