In der Galerie Lauth in Ludwigshafen wird zurzeit eine faszinierende Ausstellung gezeigt, die die talentierte Künstlerin Kristina Weiss ins Rampenlicht rückt. Unter dem Titel „from a score“ präsentiert sie zum zweiten Mal ihre Werke in dieser Galerie. Weiss, die ursprünglich als Musikerin (Geige) begann und Musikwissenschaften studierte, bringt ihre tiefen Einblicke in die musikalische Welt in ihre Kunstwerke ein.

Die aktuelle Ausstellung, die bis zum 28. März 2026 zu sehen ist, zeigt eine beeindruckende Serie namens „Sonifikationen“. Diese Werke bestehen aus mehreren übereinandergelegten Schichten Papier, wobei die oberste Schicht eingeschnitten wird. Die Arbeiten erinnern an Partituren, Klangspuren oder akustische Verläufe und spiegeln die künstlerische Philosophie wider, dass die Ästhetik der Kunstformen übereinstimmt, sich jedoch im Material unterscheidet. Der Begleittext zur Ausstellung hebt den Einfluss von Robert Schumanns Ästhetik hervor, was für Weiss von großer Bedeutung ist.

Künstlerische Herangehensweise und Materialität

Kristina Weiss betrachtet Kunst auf der Materialebene und arbeitet mit verschiedenen Medien, was sich in der Vielschichtigkeit ihrer Werke zeigt. Ihre Arbeiten sind nicht nur visuelle Objekte, sondern auch Andeutungen von Klang und Fragmente notierter Musik. Sie hat über 20 Jahre Erfahrung als freischaffende Künstlerin und nutzt in ihren Arbeiten oft unregelmäßige Kanten, die wie Bruchstücke eines größeren Ganzen wirken. Die Verwendung von schwerer Leinwand, die mit Papier und Textil präpariert wird, verstärkt den organischen Charakter ihrer Motivik.

Die monochrome Farbgebung ihrer Werke erzeugt ein spannendes Licht- und Schattenspiel, das sich je nach Lichtquelle verändert. Dies trägt zur besonderen Wahrnehmung ihrer Kunst bei, die weniger als halbkonkret, sondern emotional erschließbar ist. Galerist Werner Lauth beschreibt, dass Weiss nachts arbeitet und die kleinen Unperfektheiten in ihren Bildern schätzt, da sie einen gleichzeitigen Ausdruck von Leichtigkeit und Tiefe vermitteln.

Zusätzliche Dimensionen der Ausstellung

Die Ausstellung „from a score“ wird bereichert durch Skulpturen der katalanischen Bildhauerin Teresa Riba, die aus Bronze gefertigt sind und entweder auf dem Boden stehen oder in der Luft zu schweben scheinen. Aktuell werden Steinfiguren nach Riba’s Entwurf für die Sagrada Família angefertigt, was der Ausstellung einen zusätzlichen kulturellen Kontext verleiht. Weiss‘ Kunst zielt nicht auf Perfektion ab; die grobe Leinwand steht im Kontrast zu ihren filigranen Motiven und verdeutlicht die Vergänglichkeit und Fragilität des Moments.

Die Galeristin und Weiss selbst haben eine enge Verbindung zur klassischen Musik. Weiss kooperiert regelmäßig mit klassischen Musikern, unter anderem im Kontext des Kammermusikfestivals Lineages. Für das Jahr 2026 ist eine Installation zur Videoaufnahme der Hindemith-Violinsonaten geplant, die die Verschmelzung von Musik und bildender Kunst weiter vorantreibt.

Die Ausstellung in der Galerie Lauth bietet somit nicht nur einen Einblick in Weiss‘ künstlerische Entwicklung, sondern auch in die vielschichtigen Beziehungen zwischen Musik und bildender Kunst. Die Werke laden die Besucher ein, die innere Klangwelt der Künstlerin zu entdecken und die flüchtigen Momente der Kunst zu erleben.

Für weitere Informationen über die Künstlerin und ihre Werke besuchen Sie gerne die Webseite der Galerie Lauth hier.

Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 9-13 und 14-18 Uhr sowie am Samstag von 10-13 Uhr geöffnet.