Am St. Guido-Stifts-Platz in Speyer stehen derzeit Umgestaltungsarbeiten an, die die Anlage eines neuen, drei Meter breiten Pflanzstreifens vorsehen. Doch bevor es mit den Erdarbeiten losgehen kann, muss erst eine Kampfmittelsondierung durchgeführt werden, um potenzielle Gefahren wie Blindgänger im Boden auszuschließen. Dies berichtet die Rheinpfalz.
Bei den Sondierungsarbeiten gab es einen wichtigen Zwischenfall: Ein Verdachtspunkt wurde identifiziert, der nun weiterer Prüfung bedarf. Dieser Verdachtspunkt entstand aus einer Georadar-Messung, die durchgeführt wurde, um Informationen über den Untergrund zu gewinnen. Dabei werden hochfrequente elektromagnetische Wellen in den Boden gesendet, deren Reflexionen auf verschiedene Materialien hinweisen können, insbesondere auf metallische Objekte. In diesem Fall wurde an der betreffenden Stelle eine starke Reflexion nachgewiesen, die typischerweise auf metallische Störkörper schließen lässt. Laut den Messdaten befindet sich das erkannte Objekt etwa einen Meter unter der Oberfläche.
Professionelle Überprüfung angesagt
Die Stadtverwaltung hat eine Fachfirma beauftragt, um den Verdacht weiter zu untersuchen. Diese wird am Dienstag, den 24. März, vor Ort sein, um dem potenziellen Risiko auf den Grund zu gehen. Es wird empfohlen, das entdeckte Objekt unter Anwesenheit eines Befähigten gemäß dem Paragraf 20 des Sprengstoffgesetzes zu bergen, sollte sich der Verdacht bestätigen. Zudem ist zu beachten, dass der St. Guido-Stifts-Platz zuletzt 2013 für stolze 2,5 Millionen Euro umgebaut wurde, in einem Projekt, das auch Tiefbauarbeiten umfasste.
Georadar ist an dieser Stelle eine Schlüsseltechnologie. Diese Methode basiert auf dem Elektromagnetischen Impulsreflexionsverfahren und ermöglicht durch die Erzeugung und Registrierung von Reflexionswellen eine detaillierte Analyse des Untergrunds. Perfekt geeignet ist Georadar für die Suche nach versteckten Objekten, die unterschiedlich starke Reflexionen erzeugen. Dazu zählen auch gefährliche Munitionsteile, die mit dieser Technik immer öfters lokalisiert werden können, wie die BfR erläutert.
Die Einsatzmöglichkeiten von Georadar sind vielfältig und reichen von der Leitungssuche bis hin zur Bauteiluntersuchung. Die Technologie zeigt besonders gute Ergebnisse in homogenen Böden wie Kies oder Sand. In komplizierteren Böden mit hoher elektrischer Leitfähigkeit kann die Ergebnisse jedoch beeinträchtigen. Um die Effizienz und zuverlässige Identifikation der Objekte zu gewährleisten, sind vorab Testmessungen und eine sorgfältige Datenauswertung entscheidend.
Die Stadt Speyer blickt nun auf die kommenden Schritte und die Ergebnisse der Fachfirma. Sollten sich die Bedenken bestätigen, ist schnelles Handeln gefragt, um potenzielle Gefahren für die Arbeiten am St. Guido-Stifts-Platz auszuschließen und die geplanten Umgestaltungen voranzutreiben.