Die Sozialwirtschaft in Rheinland-Pfalz spielt eine entscheidende Rolle im gesellschaftlichen Leben und gehört zu den größten Arbeitgebern des Landes. Sie bietet eine Vielzahl von Dienstleistungen an, darunter Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen sowie Beratungsstellen für Menschen mit Beeinträchtigungen. Inmitten der Herausforderungen, die der Klimaschutz mit sich bringt, steht die freie Wohlfahrtspflege vor der Aufgabe, nachhaltige Lösungen zu finden. Um diese Herausforderung zu meistern, haben das Klimaschutzministerium, die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz und die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz ein gemeinsames Beratungsangebot ins Leben gerufen. Dieses Angebot soll ab 2026 in einer Pilotphase starten und Einrichtungen in Fragen der Energieeffizienz, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Mehr dazu hier.

Das Beratungsangebot zielt darauf ab, den Trägern und Einrichtungen zu helfen, Energie zu sparen und den Ausbau erneuerbarer Wärme zu fördern. LIGA-Vorsitzender Albrecht Bähr hebt hervor, dass die Sozialwirtschaft nicht nur als Rückgrat des Gemeinwohls fungiert, sondern auch als Motor des Klimaschutzes. Viele soziale Einrichtungen verfügen über Gebäude mit erheblichem Potenzial zur Energieeinsparung. Durch Verbesserungen in der Gebäudetechnik und der Gebäudehülle kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden, was einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz darstellt. Energetische Sanierung und die Umstellung auf erneuerbare Energien sind dabei zentrale Ansatzpunkte.

Herausforderungen und Forderungen

Doch trotz dieser positiven Ansätze gibt es erhebliche Herausforderungen. So fehlt es vielen sozialen Einrichtungen an gesicherter Finanzierung für Klimaschutzmaßnahmen. Der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Landesverbands Rheinland-Pfalz/Saarland, Michael Hamm, weist darauf hin, dass viele bauliche Sanierungen an fehlenden Fördermitteln scheitern. In einem Projekt des Verbands wurden CO₂-Fußabdrücke erfasst und entsprechende Klimaschutzmaßnahmen entwickelt. Darüber hinaus hat der Verband ein Positionspapier veröffentlicht, das konkrete politische Forderungen aufstellt, darunter gezielte Förderprogramme für energetische Sanierungen und eine langfristige Finanzierungssicherheit für soziale Einrichtungen. Details hierzu finden Sie hier.

Die Forderungen beinhalten auch praxisnahe Beratung für die effektive Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sowie dringende Investitionen in Hitzeschutzmaßnahmen für gefährdete Gruppen. Hamm fordert, dass Klimaschutz als fester Bestandteil sozialer Infrastrukturpolitik verankert wird und entsprechende Mittel von der Politik sowie Förderinstitutionen bereitgestellt werden. Dies ist besonders wichtig, um sicherzustellen, dass die Sozialwirtschaft als Partner im Klimaschutz eine wichtige Rolle einnehmen kann.

Fördermöglichkeiten und Unterstützung

Um die notwendigen Schritte zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen, gibt es verschiedene Förderstellen. Eine davon ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, die Projekte zur nachhaltigen Anpassung an die Klimakrise fördert. Die Förderschwerpunkte umfassen die Erstellung von Konzepten zur Anpassung an die Klimakrise sowie die Unterstützung durch Fachkräfte in der Sozialwirtschaft. Es ist jedoch zu beachten, dass die Förderung im Rahmen von Förderaufrufen erfolgt und derzeit kein gültiger Förderaufruf vorliegt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Insgesamt zeigt sich, dass die Sozialwirtschaft in Rheinland-Pfalz vor großen Herausforderungen steht, jedoch auch erhebliche Potenziale zur Mitgestaltung der Klimawende bietet. Durch gezielte Beratungsangebote, politische Unterstützung und verlässliche Finanzierung können soziale Einrichtungen zu einem nachhaltigen und klimafreundlichen gesellschaftlichen Miteinander beitragen.