In Mannheim macht die traditionsreiche Eichbaum-Brauerei derzeit Schlagzeilen: Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten plant das Unternehmen den Abbau von rund 100 Stellen. Damit reagiert die Brauerei auf die anhaltenden Herausforderungen, die seit der Anmeldung ihrer Insolvenz bestehen. Aktuell beschäftigt die Eichbaum-Brauerei knapp 290 Mitarbeiter, die Zahl soll im Rahmen der Maßnahmen auf unter 200 gesenkt werden, was mehr als jeder dritten Stelle entspricht. Geschäftsführer Uwe Aichele bezeichnete diesen Schritt als notwendig, um die Zukunft der Brauerei zu sichern und die wirtschaftliche Neuaufstellung voranzutreiben. Parallel sind Gespräche mit potenziellen Investoren im Gange, die für die Stabilisierung des Standorts von essenzieller Bedeutung sind. Laut Metropoljournal wird der Personalabbau als schmerzhafter, aber unvermeidbarer Schritt angesehen, um die Belegschaft an die aktuellen Marktbedingungen anzupassen.
Die wirtschaftliche Lage der Brauerei ist bedrohlich. Trotz der Bemühungen konnten bislang keine neuen Investoren gefunden werden. Bereits vor dem Insolvenzverfahren hatte die Brauerei mit einem Rückgang des Bierkonsums, der in Deutschland seit Jahren zu beobachten ist, zu kämpfen. Co-Geschäftsführer Frank Reifel betont, dass die aktuelle Personalstruktur an das reduzierte Produktionsvolumen angepasst werden muss. Hakan Ulucay, der Landesbezirksvorsitzende der NGG, hebt die große Bedeutung der Eichbaum-Brauerei für Mannheim hervor und appelliert an alle Beteiligten, die Marke zu erhalten. Auch die Nachrichtenagentur t-online weist darauf hin, dass der Biermarkt in Deutschland äußerst herausfordernd ist.
Der Rückgang der Brauereien in Deutschland
Doch die Schwierigkeiten der Eichbaum-Brauerei sind Teil eines größeren Trends. Laut dem Deutschen Brauer-Bund ist die Anzahl der Brauereien in Deutschland in den letzten fünf Jahren um 93 Betriebe gesunken, was einem Rückgang von 6% entspricht. Im Jahr 2024 existierten nur mehr 1.459 Brauereien im Land, 52 davon mussten allein in diesem Jahr schließen. In wichtigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern bleiben die Schließungen nicht aus. Von den 93 geschlossenen Brauereien befanden sich 24 in Nordrhein-Westfalen und 50 in Bayern. Das zeigt: Die Branche ist unter enormem Kostendruck. Viele kleinere und mittlere Betriebe haben mit mehreren ertragsschwachen Jahren zu kämpfen und sind schlecht auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Energiepreiskrise vorbereitet.
Christian Weber, Präsident des DBB, unterstreicht die besorgniserregenden Entwicklungen und appelliert an die zukünftige Regierungskoalition, belastende Maßnahmen zu vermeiden und zusammen mit den Brauereien dafür zu sorgen, dass der Sektor langfristig bestehen kann. Die Pressemitteilungen des Brauer-Bunds zeigen, dass ein Abbau von Bürokratie und Maßnahmen zur Unterstützung des Gastgewerbes dringend nötig sind.
Wie sich die Situation bei Eichbaum und im deutschen Biermarkt entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate könnten entscheidend für die Zukunft der Traditionsbrauerei in Mannheim sein.