In Speyer steht die Villa Ecarius im Zentrum der öffentlichen Diskussion. Das markante Bauwerk, das als Kulturdenkmal der Gründerzeit gilt, ist nicht nur Heimat für die Stadtbibliothek und die Volkshochschule, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Stadtbildes. Doch der bauliche Zustand der Villa ist besorgniserregend. Wie bereits die Rheinpfalz berichtet, dauern die Diskussionen über die anstehenden Renovierungen an, während die politische Rolle in diesen Gesprächen inzwischen unklar geblieben ist.
Die Stadtverwaltung plant, das ehemalige Stiftungskrankenhaus in der Spitalgasse zu erneuern, worin ein Vorschlag mündet, dass die Stadtbibliothek nach der Renovierung in das neu gestaltete Gebäude umziehen könnte. Aktuell hat die Stadtbibliothek ihren Platz in der Villa Ecarius, die dringend sanierungsbedürftig ist.
Anstehende Sanierungsmaßnahmen
Ein genauer Blick auf die Villa Ecarius offenbart zahlreiche Schäden, die dringend behoben werden müssen. Betroffen sind insbesondere der Dachbereich sowie die Fassade. Speyer Report hebt hervor, dass die Schäden wie folgt eingeteilt werden können:
- Wasserschäden im Dachbereich, gelöste Gesimsbretter.
- Feuchtigkeitsschäden an der Fassade, mit Verfärbungen des Sandsteins und der Verklinkerung.
- Fehlstellen in der Klinkerfassade im Erdgeschoss, durch die Feuchtigkeit eindringen kann.
- Undichte Regenfallrohre und unfachmännische Abdichtungen.
- Risse im Sockelbereich, die nicht ordnungsgemäß verschlossen wurden und Wassereintritt ermöglichen.
- Massive Feuchtigkeitsschäden im Keller, die gesundheitliche Bedenken aufwerfen.
Diese Defizite werfen einige Fragen auf. Sind die Schäden dem Baumanagement bekannt und dokumentiert? Wann ist mit ihrer Beseitigung zu rechnen? Und wie werden die durchgeführten Arbeiten im Einklang mit der Denkmalpflege stehen?
Förderprogramme und Unterstützung
Die dringenden Renovierungsarbeiten können möglicherweise durch Fördermittel unterstützt werden. Der Kulturstaatsminister hat ein neues Denkmalschutz-Sonderprogramm ins Leben gerufen, das insbesondere auf die Erhaltung von Kulturgütern abzielt. Wie kulturstaatsminister.de berichtet, sind im Haushaltsplan 2025 zusätzliche Mittel in Höhe von 35 Millionen Euro vorgesehen.
Die Förderungen sind darauf ausgelegt, mittelständische Bau- und Handwerksbetriebe zu unterstützen und können bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten abdecken. Das Wichtigste dabei ist, dass Anträge für das Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV bis zum 30. November 2025 eingereicht werden können.
Die Villa Ecarius bleibt also im Fokus der Diskussionen – sowohl um den baulichen Zustand als auch um die kulturelle Bedeutung des Gebäudes. Es bleibt spannend, wie es weitergeht und ob die notwendigen Schritte für eine Erneuerung rechtzeitig eingeleitet werden können.