Heute ist der 15.02.2026 und die ersten Weißstörche sind bereits in die Südwestpfalz zurückgekehrt. Trotz der winterlichen Kälte haben sich viele Störche in den letzten Januartagen in den malerischen Regionen des Schwarzbach- und Hornbachtals niedergelassen. Rund 20 Störche wurden in Rieschweiler gesichtet, während im Hornbachtal sogar über 50 Exemplare gezählt wurden. Diese Rückkehrer sind ein beeindruckendes Zeichen des nahenden Frühlings und der fortwährenden Lebenskraft dieser majestätischen Vögel.

Besonders interessant ist der Nachweis eines beringten Storchs aus Binningen, Schweiz, der an der Fischerhütte in Rieschweiler beobachtet wurde. Ein weiterer Storch, der aus Bornheim bei Landau stammt, wurde bei der Schuhfabrik Stuppy in Höhmühlbach gesichtet. Ein Storch mit einem weißen Plastikring „AFYW“, der 2005 in Frankreich beringt wurde, konnte auf dem Hitscherhof beobachtet werden. Diese Beobachtungen sind nicht nur für Ornithologen von Bedeutung, sondern liefern wertvolle Daten über die Wanderbewegungen und das Zugverhalten der Störche.

Die Bedeutung der Beringung

Die Vogelberingung hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1902 zurückreicht, als der erste beringte Storch erfasst wurde. In Deutschland wurden im Jahr 2003 die ELSA Ringe eingeführt, die die Verträglichkeit und Ablesbarkeit für die Wissenschaft erheblich verbesserten. Diese Ringe enthalten einen Identifikationscode und dienen als „Personalausweis“ für die Störche. Die Lebensgeschichte jedes beringten Weißstorchs wird von der Vogelwarte erfasst, was es ermöglicht, wissenschaftliche Erkenntnisse über Zugverhalten, Ansiedlungsmuster, Lebenserwartung und sogar Todesursachen zu gewinnen.

Das Ablesen der Ringe erfolgt oft mit einem Spektiv und hat eine höhere Wiederfundrate als bei Kleinvögeln. Interessierte können Meldungen über abgelesene Ringe an die Vogelwarten senden, was zur weiteren Erforschung dieser beeindruckenden Tiere beiträgt. Besonders wichtig ist die Beringung von Nestlingen zwischen der 5. und 7. Lebenswoche, da sie in dieser Zeit relativ bewegungsunfähig sind und in eine Art Starre fallen.

Die Rückkehr der Störche

Die Störche kehren in der Regel zuerst die Männchen zurück, um ihre Nester herzurichten. Dies geschieht oft in beliebten Nistplätzen wie dem Kirschbacherhof bei Dietrichingen, wo rund 30 Störche bereits eingetroffen sind. Die ersten Störche dort wurden am 18. Januar gesichtet. Verhaltensforscher berichten, dass viele dieser Vögel die Winterzeit in Spanien, Portugal oder Südfrankreich verbringen, wo das Futterangebot besser ist als in Afrika. Etwa 70% der Störche, die auf der Westroute fliegen, nutzen diese Länder als Winterquartier.

Für Jungstörche hingegen ist die Reise nach Afrika oft riskant, da sie die gefährliche Überquerung der Meerenge von Gibraltar meistern müssen. Trotz dieser Herausforderungen ist die Rückkehr der Störche ein faszinierendes Schauspiel, das viele Menschen in der Region begeistert.

Die Beobachtungen der Störche und die Beringungsdaten sind nicht nur für die lokale Ornithologie von Bedeutung, sondern auch für den Naturschutz insgesamt. Sie helfen dabei, die Bestände der Störche zu überwachen und deren Lebensräume zu schützen. Für viele Menschen in der Südwestpfalz sind die Störche ein Symbol für den Frühling und die Rückkehr des Lebens nach der kalten Jahreszeit. Mit jeder Sichtung wird die Hoffnung auf wärmeres Wetter und neue Anfänge neu entfacht.

Für weiterführende Informationen über die Beringung von Störchen und deren Bedeutung für die Wissenschaft können Sie [hier](https://weissstorch-wabern.de/weissstorchberingung/) nachlesen.

Wenn Sie mehr über die Rückkehr der Störche und die Beobachtungen in Ihrer Region erfahren möchten, besuchen Sie die [Rheinpfalz](https://www.rheinpfalz.de/lokal/kreis-suedwestpfalz_artikel,-frühstart-nach-dem-winter-viele-störche-sind-schon-in-die-südwestpfalz-zurückgekehrt-_arid,5861361.html).