Am 10. Februar 2026 ereignete sich in Rheinland-Pfalz ein tragischer Vorfall, der die Sicherheit im öffentlichen Verkehr in den Mittelpunkt der Diskussion rückt. Der Zugbegleiter Serkan Çalar, 36 Jahre alt, wurde in einem Regionalexpress der Deutschen Bahn bei einer Ticketkontrolle von einem 26-jährigen Fahrgast brutal angegriffen. Der Mann, der kein Ticket vorweisen konnte, schlug Çalar mit der Faust gegen den Kopf, was schließlich zu Hirnblutungen führte. Der Zugbegleiter verlor das Bewusstsein und starb später im Krankenhaus.

Der mutmaßliche Angreifer, ein 26-jähriger Grieche, war bereits zuvor auffällig und wurde am Tag der Tat von Bundespolizisten aus einem TGV geholt, nachdem er gegen eine Tür getreten hatte. Er hatte zwar ein Ticket, was jedoch keine strafrechtlichen Folgen für ihn hatte. Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken ermittelt nun wegen Totschlags gegen den Angreifer, der sich zur Zeit in Untersuchungshaft befindet. Diese tragische Begebenheit wirft Fragen zur Sicherheit von Zugbegleitern auf und hat Diskussionen über notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Zügen ausgelöst.

Reaktionen und Forderungen nach mehr Sicherheit

Die Gewerkschaft EVG hat bereits verstärkte Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Dazu gehören unter anderem eine Doppelbesetzung der Zugbegleiter rund um die Uhr, der Einsatz von zusätzlichem Sicherheitspersonal bei Bedrohungen sowie Prüfteams für Fahrkartenkontrollen, damit Zugbegleiter sich verstärkt auf ihren Service konzentrieren können. Auch die Einführung von Bodycams für Zugbegleiter und Sicherheitspersonal sowie spezielle Sicherheitsausbildungen für das Zugpersonal stehen auf der Wunschliste der Gewerkschaft. Ein weiteres Anliegen ist die Schaffung einer landesweiten Sicherheitsdatenbank für Übergriffe im öffentlichen Verkehr.

Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne) plant Gespräche mit Eisenbahnverkehrsunternehmen, Verkehrsverbünden und Gewerkschaftsvertretern, um mögliche Konsequenzen und Sicherheitskonzepte zu erörtern. Die tragischen Ereignisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Sicherheit der Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr zu gewährleisten und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Ein verantwortungsvoller Einsatz im Notfall

Inmitten dieser dramatischen Situation agierte ein 23-jähriger Bundeswehrsoldat, Hauptgefreiter des Fallschirmjäger-Regiments 26 in Zweibrücken, verantwortungsvoll und pflichtbewusst. Er war zufällig im Zug und leistete Erste Hilfe, als der Zugbegleiter nach dem brutalen Angriff in Not war. Der Einsatz des Soldaten wurde von seinem Regiment als hervorragendes Beispiel für das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ gewürdigt. Die Deutsche Bahn plant zudem, sich bei dem Soldaten für seinen mutigen Einsatz zu bedanken.

Diese erschütternde Geschichte zeigt nicht nur die Gefahren, denen Zugbegleiter ausgesetzt sind, sondern auch, wie wichtig es ist, eine solidarische und verantwortungsvolle Gesellschaft zu fördern. Der tragische Vorfall hat die Diskussion über die Sicherheit in Zügen neu entfacht und verdeutlicht die Notwendigkeit, die Sicherheit von Mitarbeitern im öffentlichen Verkehr zu priorisieren. Weitere Informationen zu diesem Vorfall können Sie in den Artikeln der Stuttgarter Nachrichten und der Tagesschau nachlesen.