In Rheinland-Pfalz brodelt es. Junge Menschen zeigen ihre Meinung gegen die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht, und das nicht ohne Grund. Wie der stern berichtet, haben die Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung (LSV) sowie zahlreiche Unterstützer eine Reihe von Protesten in Städten wie Koblenz, Landau, Mainz und Trier organisiert. Die Botschaft ist klar: „Nein zur Wehrpflicht! Nein zu allen Zwangsdiensten!“
Bereits in mehreren deutschen Städten rufen Jugendliche zu einem großangelegten Schulstreik auf, wie die Tagesschau schildert. Die Protestaktionen sollen nicht nur ein Zeichen setzen, sondern auch die Öffentlichkeit für die Anliegen der Jugend sensibilisieren. Im Mittelpunkt steht die Befürchtung, als „Kanonenfutter“ zur Armee geschickt zu werden. Leo Reinemann, ein 18-jähriger Schüler und Versammlungsleiter in Koblenz, hebt hervor, dass die Generation, die jetzt gemustert werden soll, noch nicht einmal an einer Bundestagswahl teilgenommen hat und so keinen Einfluss auf diese Entscheidungen hatte.
Geplante Maßnahmen und Reaktionen
Das neue Wehrdienst-Modernisierungsgesetz sieht vor, dass alle jungen Männer ab dem Jahrgang 2008 eine verpflichtende Musterung durchlaufen müssen, während Frauen einen Fragebogen zur Eignung freiwillig ausfüllen können. Die vergütete Wehrdienstzeit soll mindestens ein halbes Jahr dauern und mit mindestens 2.600 Euro brutto pro Monat entlohnt werden. Diese Maßnahmen sollen ab 2026 in Kraft treten, wie in dem Bericht der Zeit nachzulesen ist.
Die LSV fordert stattdessen, dass junge Menschen in freiwilligen, demokratischen Formen des Engagements tätig werden können. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium befürwortet zwar das politische Engagement der Schüler, verweigert jedoch eine Befreiung vom Unterricht, denn eine solche ist nur in wichtigen Fällen wie Trauerfällen oder Arztbesuchen möglich. Der Philologenverband zeigt sich besorgt und äußert, dass ein Schülerstreik die falschen Personen treffen würde und die Schulfamilie in der stressigen Vorweihnachtszeit zusätzlich belastet.
Der bundesweite Protesttag
Am bevorstehenden Freitag, dem 5. Dezember, wird im Bundestag über das Wehrdienstgesetz abgestimmt. An diesem Tag sollen landesweit Schulstreiks stattfinden, unterstützt von zahlreichen Jugendorganisationen, Friedensinitiativen und der Bildungsgewerkschaft GEW. In Berlin werden, so wird berichtet, bis zu 3.000 Teilnehmer in zwei Schulstreiks erwartet. Diese Stimmung zeigt, dass der Widerstand gegen die Wehrpflicht nicht nur regional, sondern auch deutschlandweit stark verankert ist.
Der Jugendvertreter Leo Reinemann nennt die Schulbedingungen „veraltet“ und kritisiert die Strategie der Bundesregierung, durch Aufrüstung Kriege zu verhindern. „Wir wollen die Zukunft unserer Generation nicht aufs Spiel setzen“, betont er und erklärt, dass ein Losverfahren für den Wehrdienst ungerecht sei, da es die Perspektiven junger Menschen negativ beeinflussen könnte.
Die Situation ist angespannt und die Perspektiven ungewiss. Das Engagement der Jugendlichen könnte die Weichen ihrer Zukunft entscheidend beeinflussen. „Da liegt was an“, und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Debatten rund um die Wehrpflicht weiterentwickeln werden.