Am Samstag, den 12. November 2025, fand im Landkreis Alzey-Worms eine große Katastrophenschutzübung statt, die sich mit extremen Hochwasserlagen am Rhein zwischen Worms und Guntersblum beschäftigte. Wie Rheinhessen News berichtet, nahmen insgesamt 475 Beteiligte an der Übung teil, darunter Einsatzkräfte, Statisten und Übungsbeobachter. Für die Übung waren 65 Einsatzfahrzeuge von verschiedenen Organisationen im Einsatz, darunter Feuerwehr, Rettungsdienst und THW.
Das Übungsszenario sah eine angenommene Hochwasserabflussrate von über 6.000 m³/s vor und testete die Reaktionsfähigkeit in den Ortsgemeinden Eich, Hamm am Rhein und Gimbsheim, die allesamt überflutet wurden. Geordnete Evakuierungen wurden in diesen Gemeinden durchgeführt. Die Bevölkerung wurde über moderne Warnsysteme wie MoWaS, NINA und KATWARN sowie über Lautsprecherdurchsagen informiert.
Evakuierung und Betreuung
Für die Evakuierten wurden Sammelstellen in den Rathäusern von Eich und Hamm sowie in der Niederrheinhalle in Gimbsheim eingerichtet. Die zentrale Betreuungshalle befand sich in der Wonnegauhalle in Osthofen, wo die Betroffenen durch die Abschnittsleitung Gesundheit und Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) begleitet wurden. Verpflegt wurden die Übungsteilnehmenden vom DRK-Kreisverband Alzey und THW Worms, die mit einer SEG Verpflegung vor Ort waren. Zudem standen zwei Rettungswagen zur medizinischen Absicherung bereit.
Einer der Schwerpunkte der Übung war die technische Erprobung der Notfallkommunikation. Hierbei kamen Satellitentelefone zum Einsatz, um die Kommunikation auch bei Netzausfällen sicherzustellen. Eine Premiere stellte der Einsatz eines eigenen Drohnenabschnitts dar, der Echtzeitbilder zur Verfügung stellte. Auch ein neues Modul zur Bevölkerungsschutz- und Medienarbeit (BuMa) wurde getestet, wobei ein Team unter der Leitung von Christian Priester für die Infomationen an die Bevölkerung sorgte und einen Übungs-Social-Media-Kanal für fiktive Bürgeranfragen nutzte.
Ergebnisse und Ausblick
Die Gesamtkoordination oblag dem Führungsstab des Landkreises, der von der Feuerwache Alzey aus operierte. Der Verwaltungsstab der Verbandsgemeinde Eich arbeitete parallel an der Lagebewältigung. Kommunikationswege zur Integrierten Leitstelle Mainz und zum Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz wurden ebenfalls getestet. Vorangegangen war eine ergänzende Übung des Verwaltungsstabs am 10. November, die die organisatorischen Abläufe vertiefte.
Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Michael Matthes zog eine positive Bilanz der Übung, die erste Erkenntnisse für die Überarbeitung des Alarm- und Einsatzplans (AEP) Hochwasser liefern wird. Landrat Heiko Sippel und Bürgermeister Maximilian Abstein lobten ausdrücklich die Zusammenarbeit und den Einsatz aller Kräfte. René Schubert, Präsident des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von der Durchführung der Übung. Die detaillierte Auswertung der Ergebnisse erfolgt in den kommenden Wochen.
Diese eindrucksvolle Übung zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, für extreme Hochwasserlagen gut vorbereitet zu sein. Wie sich in dieser simulierten Krisensituation zeigte, kann eine gut koordinierte Zusammenarbeit der Einsatzkräfte entscheidend sein, wenn es darauf ankommt.