In den letzten Wochen schwirrten gewaltige Vorwürfe durch die nigerianische Fußballlandschaft, die laut Nutzern einem Paukenschlag gleichkommen. The Nation Online berichtet, dass Solomon Dalung, der ehemalige Minister für Jugend und Sportentwicklung, die Verwalter des nigerianischen Fußballs für ein System von Korruption, Straflosigkeit und Sabotage verantwortlich macht. In einer kürzlich veröffentlichten Erklärung auf Facebook öffnete Dalung die „Büchse der Pandora“ und behauptet, dass die anhaltenden Probleme der nigerianischen Fußballverwaltung den Fortschritt des Landes auf globaler Ebene massiv behindern.
Seit 2018 hat Nigeria kein Ticket für die Weltmeisterschaft mehr ergattert, und Dalung ist überzeugt, dass diese Misserfolge mit den Missständen innerhalb des Fußballmanagements zusammenhängen. „Diese Probleme sind weder zufällig noch unerklärlich“, stellt er klar. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die nationalen Teams, sondern auch auf das Ansehen und Vertrauen im Sport im Allgemeinen. Korruption ist im Sport allgegenwärtig und zeigt sich oft in vergifteten Strukturen, wo individuelle Vorteile über den gemeinsamen Erfolg gestellt werden, wie auch die Bundeszentrale für politische Bildung eindrucksvoll darlegt.
Systemische Probleme im Fußballmanagement
Dalung spricht von tiefgreifenden Konflikten, die während seiner Amtszeit über Spiele und Boni aufbrachen. Er bemängelt, dass es wesentlich lukrativer für Fußballadministratoren sei, wenn die Nationalmannschaft frühzeitig ausscheidet. „Unverbrauchte Zulagen und Boni entfallen dann“, erklärt er. Während seines Wirkens versuchte Dalung, Reformen und mehr Verantwortlichkeit herbeizuführen, stieß hierbei jedoch auf großen Widerstand von alten Strukturen, die seine Initiativen als „Einmischung“ sahen und sogar bei der FIFA gegen ihn vorgegangen sind.
Sein technisches Komitee, das verschiedene Probleme wie Nepotismus, Ungerechtigkeit und fehlende Transparenz beleuchtete, empfahl unter anderem, dass Nigeria freiwillig für sechs Monate aus dem internationalen Fußball austritt. Dies war ein furchtloser Schritt, der jedoch, wie Dalung schildert, letztlich an der Erkrankung von Präsident Muhammadu Buhari verhinderte. Die Präsidentschaft habe es gewagt, direkt an die FIFA zu schreiben, um diese Empfehlungen unter den Tisch zu kehren, was Dalung als einen „großen Sieg für Korruption“ brandmarkte.
Vertrauen im Sport gefährdet
Korruption im Sport entsteht nicht nur durch interne Strukturen, sondern wird häufig durch die Kommerzialisierung und die Veröffentlichung großer Skandale weiter angeheizt. Die bpb erläutert, dass Vertrauen eine Grundsäule des Sports darstellt, die bei Skandalen massiv erodiert wird. Wenn Schiedsrichter bestechlich werden oder sportliche Wettbewerbe manipuliert werden, führt dies zum Vertrauensverlust bei Zuschauern und erhöht die Gefahr, dass sie sich vom Sport abwenden.
Dalung ist sich dieser Gefahren bewusst und appelliert an die Verantwortlichen, mutige Reformen im Fußballmanagement einzuführen. Nur durch Transparenz und ein klares Bekenntnis gegen Korruption könne Nigeria wieder in die Spur finden und möglicherweise die Abwärtsspirale brechen, die nach seiner Ansicht aus den ungelösten systemischen Problemen resultiert. Die Zeit drängt, um die „Geister der Korruption und Straflosigkeit“ zu vertreiben, wenn Nigeria jemals wieder auf der internationalen Fußballbühne glänzen möchte.