So oft wie die Stadt Köln in Bewegung ist, so verändert sich auch das Gesicht mancher ihrer Lokalitäten. Ganz frisch ist die Nachricht, dass die beliebte Winebar von Frank Berlitz am Busbahnhof schließen muss, um dem Traditionsunternehmen Woolworth Platz zu machen. Der Vertrag des Wirtshauses, das seit fast zwei Jahrzehnten ein fester Anlaufpunkt für Weinliebhaber und Jazzfreunde war, wurde vor drei bis vier Wochen gekündigt. Bis Ende April nächsten Jahres bleibt die Winebar jedoch noch geöffnet und bietet mit ihrem gewohnten Programm, einschließlich des beliebten Jazz-Frühschoppens und Weihnachtsgeschäfts, einen feierlichen Abschluss für die treue Gästeschar.
Was bedeutet dieser Wechsel für die Winebar? Berlitz, der die Bar seit 2007 führt und nebenbei das Gasthaus „Zum Bären“ betrieb, zeigt sich über die Kündigung enttäuscht, beschreibt sie jedoch als „nicht schön, aber keine riesige Katastrophe“. Seine sympathische Winebar war nicht nur ein Ort für Weinverkostungen und den Verkauf von erlesenen Tropfen zu Winzerpreisen, sondern auch ein beliebter Treffpunkt in der Innenstadt. Dennoch deutet alles darauf hin, dass das Restaurant aufgrund des Standortes, der von Taubenkot und Lärm des Busbahnhofs geprägt ist, möglicherweise nicht die beste Wahl für die nächsten Jahre war. Es bleibt ungewiss, ob Berlitz die Winebar an einem anderen Ort wieder eröffnen wird oder vielleicht sogar ganz aufhört.
Woolworth stellt sich vor
Die Nutzung des einstigen Kaufhallen-Gebäudes wird sich grundlegend ändern, denn Woolworth zieht ein. Dieses Unternehmen hat bereits eine lange Geschichte in den USA und Deutschland. Gegründet von Frank Winfield Woolworth, der als Pionier der „Five-and-Dime“-Läden gilt, revolutionierte er den Einzelhandel mit einem Konzept, bei dem Waren zu festen Preisen angeboten wurden. In den 1880er Jahren bestand sein Ziel darin, die Waren direkt von Herstellern zu beziehen und den Kunden ein selbstständiges Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Woolworth war der erste, der Selbstbedienungs-Displayvitrinen einführte, sodass Shopper ihre Produkte ohne Verkaufshelfer auswählen konnten.
Sein Aufstieg begann vor über 140 Jahren mit einer ersten, gescheiterten Filiale, die am 10. Februar 1878 in Great Bend eröffnet wurde. Doch bereits kurze Zeit später fand er Erfolg mit einem Laden in Lancaster, Pennsylvania. Bis 1911 war die F. W. Woolworth Company ein florierendes Unternehmen mit über 586 Geschäften und wurde bekannt für die Schaffung von gemeinschaftlichen Einkaufserlebnissen. Woolworths Erbe lebt bis heute in Deutschland weiter, wo Geschäfte unter dem Namen Woolworth weiterhin bestehen.
Ein Blick in die Zukunft
Was wird also aus der Weinbar und dem Woolworth? Wie Berlitz selbst anmerkt, ist seine Küche ein echter Genuss, der möglicherweise auch die neuen Woolworth-Räume, und damit die neuen Nachbarn, begeistern wird. Aber der Wandel bringt auch Herausforderungen mit sich. Über die Zukunft seiner Winebar muss Frank Berlitz noch nachdenken. Vielleicht wird sich hier der eine oder andere Platz für ein neues Konzept finden.
Für die Kölnerinnen und Kölner bedeutet dies ein neuer Anlaufpunkt im Herzen der Stadt, wo sie neben preisgünstigen Waren in den Woolworth-Filialen auch die Geschmäcker des Weins genießen konnten – bevor die letzte Flasche der aktuellen Weinbar getrunken wird. Die Weinliebhaber und die regelmäßigen Jazzbesucher können sich bis zum Ende der Vertragslaufzeit auf spannende und unvergessliche Stunden in der Winebar freuen, während sich Woolworth auf dem Kölner Markt wieder festigen wird.