Die Sammlung des legendären Weltenbummlers Heinz Rox-Schulz, der von 1921 bis 2004 lebte, hat ein neues Zuhause in Rheinland-Pfalz gefunden. Nach Jahren der Unsicherheit über den Verbleib dieser einzigartigen Exponate war es nun endlich so weit: Die wertvollen Stücke, die zuvor im Saarland eingelagert waren, sind im Hofgut Holzmühle in Westheim angekommen. Timo Heiny, der die ethnologische Sammlung im Hofgut betreut, berichtet, dass die Arbeiten zum Sortieren, Reinigen und Restaurieren der Objekte aufwendiger sind als zunächst gedacht. n-tv hat die ersten Details zusammengetragen.
Heinz Rox-Schulz war nicht nur Abenteurer, sondern auch ein Sammler von außergewöhnlichen Stücken aus seinen Reisen. Der Nachlass umfasst eine Vielzahl von Waffen, Ritualobjekten und Masken, die wertvolle Einblicke in verschiedene Kulturen gewähren. Einige der Exponate sind leider beschädigt, was die Herausforderung für die Restauratoren zusätzlich erhöht. Dennoch wird bereits spekuliert, dass ab Ende März einige Stücke für das Publikum zugänglich gemacht werden könnten. Im kommenden Jahr ist gar eine eigene Ausstellung im Hofgut Holzmühle geplant, die die faszinierenden Schätze der Sammlung präsentieren soll.
Die Herausforderungen der ethnologischen Sammlungen
Doch die Arbeit an der Sammlung von Rox-Schulz geht über das bloße Restaurieren und Ausstellen hinaus. Wie Restauro berichtet, stehen ethnologische Museen und Sammlungen vor großen Herausforderungen. Ein zentraler Aspekt ist die Provenienzforschung, da viele Objekte aus kolonialen Kontexten stammen. Hier ist ein intensiver Dialog mit den Vertreter:innen der Herkunftskulturen vonnöten, um eine angemessene und kontextualisierte Präsentation der Objekte zu gewährleisten.
Die Konservierung der Exponate stellt eine weitere große Herausforderung dar. Viele der Stücke sind aus organischen Materialien gefertigt und reagieren empfindlich auf Klimaschwankungen. Auch die Gefahr von Schäden durch Schädlinge ist nicht zu unterschätzen. Somit ist es entscheidend, dass die Sammlung nicht nur für die kommenden Generationen erhalten bleibt, sondern auch aufbereitet wird, um die Geschichten hinter den Objekten lebendig zu halten.
Gerade in Zeiten, in denen das Interesse an ethnologischen Sammlungen wächst, ist es wichtig, dass solche Bestände nicht nur aus einer eurozentrischen Perspektive betrachtet werden. Timo Heiny zeigt sich optimistisch und hat ein gutes Händchen für die Herausforderungen, die anstehen. Der Nachlass von Rox-Schulz, der zuvor im Abenteuermuseum in Saarbrücken untergebracht war, hat nun an einem Ort eine neue Bestimmung gefunden, der die kulturelle Relevanz dieser Stücke aus Hochkultur und ethnologischen Kontexten würdigt. Die Zeit hebt hervor, dass das Vorhaben ohne Kaufpreis interimistisch verwaltet wird, wobei die Restaurierungskosten den materiellen Wert der Stücke übersteigen.