Die Ombudsstelle für Kinder- und Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz erfreut sich wachsender Beliebtheit. Immer mehr Jugendliche wenden sich an die Einrichtung, die Unterstützung in Konfliktsituationen bietet. Laut n-tv.de verzeichnet die Ombudsstelle steigende Fallzahlen, wobei der Fokus insbesondere auf jungen Menschen in der Pubertät liegt, die beginnen, ein Bewusstsein für ihre eigenen Rechte zu entwickeln. Seit der Gründung im Jahr 2017 fungiert die Ombudsstelle als kostenfreie Anlaufstelle, die nicht nur in Sorgerechtsstreitigkeiten unterstützt, sondern auch bei Anträgen auf finanzielle Hilfe und Problemen mit dem Jugendamt vermittelt.
Die Anfragen erreichen die Ombudsstelle häufig über Betreuer, Pflegeeltern oder andere Bezugspersonen. Anhand der emotionalen Belastung bei Umgangsrechten zeigt sich, dass viele der betroffenen Jugendlichen nicht in klassischen Familienverhältnissen leben. Doch auch Jugendliche aus regulären Familien mit getrennten Eltern sind davon betroffen. Die Ombudsstelle verfolgt das Ziel, die Kinderrechte zu stärken und den Jugendlichen mehr Mitspracherecht zu ermöglichen.
Steigende Fallzahlen und gesetzliche Einbindung
Im Jahr 2017 wurden noch 70 Fälle bearbeitet, während für 2024 bereits 142 Fälle dokumentiert sind. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die Ombudsstelle einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnimmt. Ab 2024 wird die Einrichtung zudem gesetzlich im rheinland-pfälzischen Landesrecht verankert, was ihrer Rolle noch mehr Gewicht verleihen dürfte. Der nächste Tätigkeitsbericht wird für die Jahre 2025/26 erwartet und wird Aufschluss über die weiteren Entwicklungen geben.
Ergänzend zur Ombudsstelle wurde 2016 im Rahmen einer Landtagswahl eine unabhängige Beschwerdestelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ins Leben gerufen. Diese wurde als Bestandteil der Koalitionsvereinbarung eingerichtet und hat sich längst als essentielle Unterstützung etabliert. Die Beschwerdestelle, die im Kontext der Bürgerbeauftragten Rheinland-Pfalz arbeitet, zielt darauf ab, das Machtungleichgewicht zwischen Jugendämtern, freien Trägern und jungen Menschen auszugleichen.
Vielfältige Unterstützungsangebote
Die Beschwerdestelle bietet umfangreiche Beratung für junge Menschen, Eltern und Erziehungsberechtigte an. Themen sind unter anderem Hilfen zur Erziehung, Unterstützung für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sowie sozialpädagogische Begleitung für Jugendliche ab 18 Jahren. Diese niederschwelligen Angebote statteten die jungen Menschen nicht nur mit Informationen über ihre Rechte aus, sondern unterstützen sie auch in der Kommunikation mit den zuständigen Stellen.
Das umfassende Angebot wird durch die Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung und des 14. Kinder- und Jugendberichts (2013) gestützt. Diese Berichte fordern unabhängige Beschwerdestellen, um jungen Menschen zu helfen, deren Rechte in den letzten Jahren oft unzureichend beachtet wurden. So wird auf die Bedeutung der Teilhabe und Eigenverantwortung der Jugend in Entscheidungsprozessen hingewiesen.
Die Ombudsstelle und die Beschwerdestelle bilden zusammen ein starkes Netzwerk, das jungen Menschen in komplizierten Lebenslagen unter die Arme greift und ihnen ein Gehör in ihrer Angelegenheit verschafft. Mit einem klaren Fokus auf die Stärkung der Kinderrechte kann die Ombudsstelle auch weiterhin einen wertvollen Beitrag leisten, damit die Stimmen der Jugendlichen in Rheinland-Pfalz gehört werden.