In der Heidstocker Mehrzweckhalle fand am Montagabend eine Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasserschutz statt. Projektleiter Volker Rothmund und Projektingenieurin Lisa Kirchner vom Freiburger Ingenieurbüro Weber präsentierten die Pläne zur Erstellung eines Starkregen- und Hochwasservorsorgekonzepts, das besonders für die Stadtteile Heidstock und Luisenthal von Bedeutung ist. Rund 40 Bürger aus den beiden Stadtteilen waren gekommen, um sich zu informieren und Anregungen zu geben. Auch Wolfgang Paquet von der Stadtplanung und Volker Müller vom Fachdienst Straßen-, Brücken- und Kanalbau waren anwesend. Ortsvorsteher Uwe Steffen (CDU) betonte die Wichtigkeit der Bürgerbeteiligung in diesem Prozess.

Das Konzept zielt darauf ab, die Schwachstellen in den betroffenen Stadtteilen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu ergreifen. So wurde in Luisenthal die Straße „In der Pottaschdell“ als „Gefährdungs-Hotspot“ identifiziert. Bei Starkregen fließt Wasser von dort in Richtung der Straße des 13. Januars (B 51). Zudem gibt es im Bereich des Frommersbachs Probleme mit verstopften Durchlässen, die durch Treibholz und Sperrmüll blockiert sind. Anwohner berichteten auch von Kanalproblemen, die nicht nur bei Starkregen auftreten. Geländesenken, die als Puffer gegen Starkregen dienen können, sind ebenfalls identifiziert worden, könnten jedoch problematisch sein, wenn dort Häuser oder Straßen verlaufen.

Gemeinsame Verantwortung und Maßnahmen

Der Hochwasserschutz ist nicht nur die Verantwortung der Stadt Völklingen, sondern umfasst auch die Stadt Saarbrücken, die RAG und die Bahn. Eine wichtige Rolle spielen auch die Gebäudeeigentümer, die aufgefordert werden, ihre Immobilien durch bauliche Maßnahmen zu schützen. Um die Bürger noch besser zu informieren, plant die Stadt einen gesonderten Informationsabend zum Thema Eigenvorsorge. Experten arbeiten derzeit daran, den Ist-Zustand zu dokumentieren, um konkrete Schutzmaßnahmen zu erarbeiten. Zu den möglichen Maßnahmen zählen Treibholz- und Geröllfänge sowie das Anlegen von Retentionsflächen. Die Ergebnisse sollen nach den Sommerferien präsentiert werden.

Die Veranstaltung in Heidstock ist Teil eines größeren Plans, der bereits in anderen Stadtteilen wie Stadtmitte, Röchlinghöhe, Fürstenhausen, Fenne, Geislautern und Wehrden durchgeführt wurde. Die gesammelten Anregungen der Bürger sind hierbei von großer Bedeutung, da sie die Gegebenheiten in ihren Stadtteilen am besten kennen. Weitere Bürger-Workshops sind ebenfalls geplant, darunter ein Termin in Lauterbach im Juni und ein Informationsabend in Ludweiler am 5. Mai um 18.30 Uhr in der Turnhalle der Grundschule.

Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen ist nicht zuletzt auf den Klimawandel zurückzuführen, der extreme Wetterereignisse wie Starkregen verstärkt und häufiger auftreten lässt. Laut dem Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) sind Starkregenereignisse kurzfristig und schwer vorhersagbar, was in der Vergangenheit zu erheblichen Schäden geführt hat. Die Hinweiskarte Starkregengefahren, die vom BKG erstellt wird, bietet flächendeckende Gefahrenhinweise und hilft, die Bevölkerung für potenzielle Überflutungen zu sensibilisieren. Diese Daten sind für kommunale Planungen von großer Bedeutung und werden bis Ende 2026 vollständig in Deutschland verfügbar sein.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Rahmen des Projekts „Regen//Sicher“ verschiedene Kommunikations- und Aktivierungsformate entwickelt, um Kommunen bei der Anpassung an Starkregenereignisse zu unterstützen. Diese Initiativen sind wichtig, um Bürger zu motivieren, Vorkehrungen gegen Starkregen zu treffen, beispielsweise durch Rückstauklappen oder Versickerungsflächen. Insgesamt stehen verschiedene Materialien und Konzepte zur Starkregenvorsorge zur Verfügung, die auch auf den Webseiten des UBA und der LAWA zu finden sind.

Die Herausforderungen durch Starkregen und Hochwasser erfordern ein gemeinsames Handeln aller Akteure, um die Risiken für die Bevölkerung und die Infrastruktur zu minimieren. Die Veranstaltungen und Workshops sind ein Schritt in die richtige Richtung, um die Bürger aktiv in den Prozess einzubeziehen und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.