In einem bemerkenswerten Schritt für das Tierwohl plant der Zoo Saarbrücken den Bau eines neuen Winterhauses für seine 19-köpfige Humboldt-Pinguinkolonie. Zoodirektor Jakob Kolleck hebt die Wichtigkeit dieses Projekts hervor und betont, dass das Winterhaus, das geschützte Rückzugsmöglichkeiten bietet, eine Anpassung an moderne Haltungsstandards darstellt. Hierbei steht nicht nur das Wohl der Pinguine im Vordergrund, sondern auch die Weiterentwicklung des Zoos selbst. So können die Besucher während der Bauarbeiten weiterhin die Pinguine auf der Außenanlage beobachten, was für viele eine willkommene Abwechslung ist. Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für August 2023 angesetzt, und das Projekt schlägt mit rund 500.000 Euro zu Buche, unterstützt von der Sparkasse Saarbrücken.

Humboldt-Pinguine stehen unter besonderer Beobachtung, denn sie gelten laut der IUCN-Roter Liste als gefährdet. Die Bedrohungen sind vielfältig: Lebensraumverlust, Klimaveränderungen und Überfischung setzen den Tieren stark zu. Besonders kritisch ist die Entnahme von Eiern aus den Bruthöhlen, wie auch der illegale Abbau von Guano, der in Europa als Blumendünger Verwendung findet. Dabei wird die Brutstätte zerstört, was oft dazu führt, dass Pinguine ihre Eier und Küken zurücklassen müssen. Um diesen Pinguinen zu helfen, raten Umweltschützer, auf den Kauf von Guano-Düngemitteln zu verzichten, da dies zu ihrer Gefährdung beiträgt.

Gemeinsame Anstrengungen zum Schutz der Pinguine

Die Initiative, den Humboldt-Pinguinen zur Seite zu stehen, geht über die Grenzen Deutschlands hinaus. Der Verein Sphenisco setzt sich seit über zehn Jahren für den Erhalt der Brutgebiete der Humboldt-Pinguine in Chile und Peru ein. In Zusammenarbeit mit Naturschützern und Wissenschaftlern werden wichtige Brutkolonien gesichert und angrenzende Meeresgebiete geschützt. Diese Bemühungen zielen nicht nur darauf ab, den Pinguinen zu helfen, sondern auch, das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für den Erhalt ihrer Lebensräume zu schärfen.

In Nord-Chile beispielsweise richtet sich der Fokus auf den Kampf gegen die Planung neuer Industrieanlagen, die den Lebensraum und die Fortpflanzung der Pinguine gefährden könnten. In Zentral-Chile arbeiten Organisationen eng mit Städten und Schulen zusammen, um Umweltbildung zu fördern und kranke Tiere zu versorgen. Und selbst in Peru engagieren sich Naturschützer für den Schutz von etwa 1.000 Humboldt-Pinguinen auf verschiedenen Inseln der Küste.

Die Herausforderungen sind vielseitig, doch die Zusammenarbeit zwischen Zoos und Naturschutzorganisationen zeigt, dass gemeinsames Handeln notwendig ist, um bedrohte Arten wie die Humboldt-Pinguine zu schützen. Mit Projekten im Ökotourismus und durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird ein nachhaltiger Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen angestrebt.

Mit solchen Anstrengungen und dem neuen Winterhaus im Zoo Saarbrücken wird auf hohem Niveau dafür gesorgt, dass die Humboldt-Pinguine auch in Zukunft ein Heim haben. Es bleibt zu hoffen, dass diese Initiativen auch andere Zoos und Einrichtungen inspirieren, ihren Teil zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen.