Ein echter Höhepunkt in der Waldlandschaft: Der Saarkohlenwald, der nördlich von Saarbrücken liegt, wurde kürzlich vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) zum „Waldgebiet des Jahres 2026“ gekürt. Diese Auszeichnung unterstreicht die vielfältige Bedeutung des Waldes, der nicht nur ein Erholungsraum für rund 300.000 Menschen ist, sondern auch tief in der saarländischen Geschichte verwurzelt ist, wie die Borkener Zeitung berichtet. Der Saarkohlenwald erstreckt sich über eine Fläche von 50 Quadratkilometern und besteht zu 80 Prozent aus majestätischen Buchen und Eichen.
Das Besondere an diesem Wald ist die interessante Verbindung zwischen Natur und Geschichte. Er bietet nicht nur beeindruckende Einblicke in die Vergangenheit seit der Römerzeit, sondern beherbergt auch historische Relikte wie Bergmannsteige, Stolleneingänge und Abraumhalden. Ein besonderer Teil des Waldes ist ein „Urwald“, der sich über zehn Quadratkilometer erstreckt und von der einzigartigen Geologie der Region geprägt ist. Diese zwei „Stockwerke“ des Waldes – der unterirdische, zu Steinkohle gepresste Sumpfwald aus der Zeit des Karbons und der oberirdische Wald – bieten einen spannenden Kontrast. Durch den Kohleabbau wurde der ursprüngliche Buchenwald teilweise gerodet und Platz für Eichenwälder gemacht.
Geografische und biologische Vielfalt
Die Lage des Saarkohlenwaldes ist ebenso eindrucksvoll wie seine Geschichte. Der Wald ist Teil des Süddeutschen Stufenlandes und Oberrheinischen Tieflandes und zeichnet sich durch seine rein bewaldete Landschaft aus. Mit Höhenlagen bis etwa 350 Metern über dem Meeresspiegel, verläuft er über kammartige Karbon-Höhenrücken. An der Nordseite fällt diese Landschaft sanft in Hochebenen ab, während den Südeingang tief eingekerbte Täler zum Saartal umrahmen, wie bfn.de erläutert.
Ein weiteres spannendes Merkmal sind die zahlreichen naturnahen Bäche, die nicht nur Artenvielfalt fördern, sondern auch Freizeitmöglichkeiten bieten. Diese Gewässer sind oft zu Fischweihern aufgestaut und laden die Menschen zum Erholen ein. Im Wald findet sich eine reiche Flora und Fauna, die von Buchen- und Erlen-Eschenwäldern bis hin zu gefährdeten Lebensräumen wie Bruch- und bachbegleitenden Wäldern reicht. Ein hoher Anteil der Fläche ist als Naturschutzgebiet oder Vogelschutzgebiet deklariert, was den Stellenwert des Saarkohlenwaldes als schützenswertes Ökosystem unterstreicht.
Nachhaltigkeit und Totholz
Ein Aspekt, der in der modernen Forstwirtschaft immer wichtiger wird, ist das Management von Totholz. Historisch wurde Totholz größtenteils als Brennholz genutzt, doch heute weiß man um dessen Wert für die Biodiversität. Totholz dient als Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Arten und spielt eine entscheidende Rolle im natürlichen Kreislauf des Waldes. Im deutschen Wald gibt es durchschnittlich 20,6 m³ Totholz pro Hektar, und auch im Saarkohlenwald wird dies berücksichtigt, was das nachhaltige Waldbewirtschaftungsmodell weiter stärkt, wie forstwirtschaft-in-deutschland.de darlegt.
Die Auszeichnung des Saarkohlenwaldes ist mehr als nur ein Titel; sie hebt die Notwendigkeit hervor, solche einzigartigen Landschaften zu bewahren und in unser Leben zu integrieren. Wenn der Wald, erst aus der Geschichte erwachsen, uns heute als Naherholungsgebiet dient, zeigt er uns, wie wichtig ein gutes Verhältnis zur Natur ist. Der Saarkohlenwald gehört zu den 14 ausgezeichneten Gebieten in der Geschichte dieser Ehrung, was auch die große Auswahl der prämierten Waldgebiete illustriert: 2025 war der Stadtwald Wiesbaden an der Reihe, 2024 folgte der Augsburger Stadtwald, und 2023 war der Choriner Wald in Brandenburg an der Reihe.