Im Saarland gibt es einen neuen Kurs in der Bildungspolitik: Mit dem heutigen Datum, dem 25.06.2025, hat der Landtag in Saarbrücken beschlossen, dass die Nutzung privater Handys in den ersten vier Klassenstufen von Grund- und Förderschulen künftig verboten ist. Dies geschieht mit dem klaren Ziel, Kinder besser vor Gewalt und Mobbing zu schützen. Schüler dürfen zwar ihre Smartphones mit in die Schule bringen, jedoch nicht benutzen, um potentiellen Risiken wie Cybermobbing und heimlichem Aufzeichnen von Unterricht entgegenzuwirken. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) bezeichnete den Erlass des Verbots als „Meilenstein“ für die Bildung im Saarland, der als erster Schritt in eine digitalisierte Zukunft gesehen werden soll, wie auch stern.de berichtet.
Das neu verabschiedete Gesetz über digitale Bildung wurde mit einer absoluten Mehrheit der SPD im Landtag beschlossen. Künftig sollen alle Schüler ab der dritten Klasse flächendeckend digitale Endgeräte erhalten. Kritisch äußern sich allerdings Vertreter der Opposition, wie Jutta Schmitt-Lang (CDU), die das Gesetz als „Wundertüte“ ohne klare finanzielle Regelungen und pädagogisches Rahmenkonzept bezeichnete. Auch der AfD-Fraktionsvorsitzende Josef Dörr findet klare Worte und hält das Gesetz für „überflüssig“, da Lehrer und Schulleiter besser wüssten, was Schüler wirklich benötigen.
Finanzielle Rahmenbedingungen und Gebühren
Ab dem Schuljahr 2026/27 müssen Eltern eine Gebühr von 160 Euro pro Jahr für digitale und analoge Medien zahlen, während Grundschulen mit niedrigeren Gebühren von etwa 65 Euro auskommen. Die Regelung zur Nutzung der digitalen Endgeräte sieht zudem vor, dass diese geleast werden können, was sicherstellt, dass immer aktuelle Technik zur Verfügung steht. Kritiker beanstanden jedoch das Fehlen einer Regelung zur Smartphone-Nutzung für ältere Schüler und erkennen die Möglichkeit einer Teilbeschulung für Schüler mit gesundheitlichen Problemen als einen der wenigen positiven Aspekte des Gesetzes an. Dies wurde nach einer Expertenanhörung im Bildungsausschuss des Landtages diskutiert, wie sr.de berichtet.
Die Debatte um digitale Bildung
Die Diskussion um digitale Bildung wird national intensiv geführt, und immer mehr Experten warnen vor den negativen Folgen der frühen Digitalisierung von Bildung. In einem Appell haben 75 Fachleute aus der Pädagogik und Medizin gefordert, Bildungsansätze zu überdenken und Schulen smartphonefrei zu gestalten. Besonders besorgniserregend sind die Auswirkungen auf die mentale und körperliche Entwicklung von Kindern, die durch sozialen Medien und digitale Endgeräte zunehmend belastet werden. Dies geschieht in einem Kontext, in dem viele internationale Bildungssysteme, wie beispielsweise in Schweden und Finnland, bereits dazu übergegangen sind, die Nutzung digitaler Geräte in Grundschulen einzuschränken oder zu verbieten, wie bildungsklick.de berichtet.
Es bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung des neuen Gesetzes in der Praxis aussieht und ob es tatsächlich den gewünschten Effekt im Kampf gegen Mobbing und Gewalt an Schulen entfaltet. Die spannendste Frage wird sein, ob die Maßnahmen langfristig positive Veränderungen im Schulalltag bringen oder ob sie lediglich einen kurzfristigen Effekt erzielen können.