Heute stehen Igel und Maulwürfe im Mittelpunkt einer bundesweiten Aktion namens „Deutschland sucht Igel & Maulwurf“, bei der Nabu-Naturgucker die heimischen Wildtiere beobachten und melden. Ziel ist es, die Bestandsentwicklung dieser teilweise gefährdeten Arten zu erfassen. Laut den neuesten Daten aus dem Saarland wurden in diesem Jahr bereits 82 Igel und 23 Maulwürfe gezählt. Bundesweit hat sich die Situation sogar verbessert: 3.647 Igel und 934 Maulwürfe wurden gesichtet, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt, als lediglich 2.410 Igel und 507 Maulwürfe registriert wurden. Vor 2024 lagen die Meldungen sogar oft im ein- oder zweistelligen Bereich, was die Dringlichkeit und Wichtigkeit dieser Beobachtungen unterstreicht. Gaby Schulemann-Maier von Nabu weist jedoch darauf hin, dass diese Daten allein keine klare Auskunft über die tatsächliche Bestandslage geben können, da die Situation von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, wie Wetterbedingungen und der Anzahl der Teilnehmenden.
Bedrohungen für Igel und Maulwürfe
Nichtsdestotrotz stehen sowohl Igel als auch Maulwürfe vor ernsten Herausforderungen. Besonders die Auswirkungen des Klimawandels und die fortschreitende Urbanisierung machen den Tieren zu schaffen. Igel sind auf die natürlichen Lebensräume angewiesen, die durch die Versiegelung von Grünflächen, den Straßenbau und den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln stark gefährdet sind. Eine besonders neue Gefahr stellt der Mähroboter dar, der in vielen Gärten eingesetzt wird. Dieser mäht nicht nur den Rasen, sondern gefährdet auch die nachtaktiven Igel. Vermehrt sind Verletzungen durch diese Geräte dokumentiert worden, wie eine Studie zeigt, die von Anne Berger geleitet wurde. Zwischen Juni 2022 und September 2023 wurden 370 Fälle von verletzten Igeln in Rettungsstationen gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl wahrscheinlich höher liegt. Kleinere Igel haben ein besonders hohes Verletzungsrisiko, da viele Mähroboter erst beim direkten Kontakt mit dem Tier erkennen, dass ein Hindernis im Weg ist.
Die Forschung zeigt auch, wie wichtig es ist, das Verhalten der Igel zu verstehen: Tiere, die die ersten zwei Jahre überleben, könnten bis zu 16 Jahre alt werden, und es wird vermutet, dass sie aus ihren Erfahrungen lernen, Gefahren wie Autos oder Fressfeinde zu meiden. Umso beunruhigender ist die Tatsache, dass der Igel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht und vom Aussterben bedroht ist. Um dem entgegenzuwirken, fordert Nabu ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter. Bereits in Städten wie Köln, Mainz und Leipzig gibt es solche Verordnungen, und die Stadt Saarlouis im Saarland schließt sich dieser Initiative an. Oberbürgermeister Marc Speicher betont, dass wir als Gesellschaft gemeinsam Verantwortung für den Schutz der Natur tragen müssen.
Die Rolle der Maulwürfe
Die Maulwürfe spielen ebenfalls eine wichtige Rolle im Ökosystem. Diese cleveren Tiere richten in ihren Tunnelsystemen Kinderstuben ein und polstern sie mit Laub und Gras. Dabei müssen Maulwürfe gelegentlich an die Oberfläche, um Baumaterial zu sammeln. Die Beobachtung der Maulwurfpopulation kann sogar durch den Einsatz von Wildkameras oder durch Lauerstellen erfolgen. Letztes Jahr wurden bei Zählaktionen immerhin rund 24.000 Igel und 2.500 Maulwürfe oder deren Hügel registriert.
Die regelmäßigen Erhebungen sind eine wertvolle Unterstützung für Natur- und Artenschutzverbände in Deutschland, die dringend auf verlässliche Daten zur Bestandsentwicklung angewiesen sind. Während in den letzten Jahren Experten von einem signifikanten Rückgang der Bestände von Igeln und Maulwürfen ausgehen, sind viele Information über ihre genauen Lebensbedingungen und Überlebensstrategien nach wie vor offen. Initiativen wie „Deutschland sucht Igel & Maulwurf“ sind daher fundamental, um das Bewusstsein für den Artenschutz zu schärfen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
Wir dürfen nicht nur zuschauen, wie diese bemerkenswerten Tiere gefährdet werden. Ihre Zukunft hängt von unserem Engagement und der Sensibilisierung für den Schutz ihrer Lebensräume ab. Schaut also gut hin und vielleicht stellt ihr selbst schon bald eure eigene Zählstation auf!