Am 10. November 2025 hat das Krankenhaus Saarlouis, betrieben von der DRK-Gemeinschaft, Insolvenz beantragt. Dieser Schritt wurde beim Amtsgericht Saarbrücken eingereicht und markiert einen entscheidenden Wendepunkt für die Einrichtung. Unter der Leitung von Interim-Geschäftsführerin Dr. Andrea Piro, die erst Mitte Juni die Unternehmensführung übernahm, wird angestrebt, die DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft mbH Saarland in Eigenverwaltung zu sanieren.

Die Insolvenzanmeldung, wie auf kma-online berichtet, soll nicht nur als Notmaßnahme dienen, sondern auch als Chance gesehen werden. Gesundheitsminister Magnus Jung bezeichnet das Krankenhaus als „wichtige Einrichtung“ und betont, dass der Insolvenzantrag den Standort stärken könnte. Sämtliche 800 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, um die gesundheitliche Versorgung in der Region aufrechtzuerhalten.

Voraussetzungen und Zukunftsperspektiven

Die Vorbereitungen für die Eigenverwaltung seien bereits in vollem Gange. Generalbevollmächtigter Dennis B. Blank sowie Michael J. W. Blank von der Kanzlei Blank + Partner unterstützen die Schritte zur Neustrukturierung und haben bereits eine Liquiditätsplanung aufgestellt. Piros Plan zeigt, dass ohne ein Sanierungsverfahren die Altlasten nicht bewältigt werden können. Das Insolvenzverfahren soll bis Ende des zweiten Quartals 2026, nach einem aufgestellten Insolvenzplan, abgeschlossen werden.

Inmitten dieser Umschichtungen wird auch der Geschäftsführerwechsel zur Debatte stehen: Matthias Adler wird als neuer Geschäftsführer eingesetzt, während Dr. Andrea Piro auf eigenen Wunsch ausscheidet. Das DRK-Krankenhaus selbst und das Gästehaus in Lebach werden den Betrieb laut SR.de ohne Einschränkungen weiterführen.

Schließungen und lokale Herausforderungen

Die Krise hat auch Auswirkungen auf die zugehörigen Gästehäuser: Die Schließungen der Häuser in Dillingen und Hülzweiler sind für den 31. Januar 2026 angekündigt, während das Gästehaus in Wadgassen bereits Ende August 2025 aufgegeben wurde. Das Gästehaus in Lebach bleibt jedoch bestehen und soll zukunftsfähig entwickelt werden. Die Insolvenz ist auf Altlasten und unvorhergesehene Ereignisse zurückzuführen, die das Unternehmen in diese Lage brachten.

Der CDU-Politiker Raphael Schäfer unterstreicht die Bedeutung des DRK-Krankenhauses für die regionale Gesundheitsversorgung und fordert eine sichere Planung für die Zukunft. Um die Mitarbeiter während der Sanierung zu unterstützen, erhalten diese für die kommenden drei Monate Insolvenzausfallgeld.

Während die Gespräche zur Neustrukturierung in den kommenden Wochen beginnen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Die Verantwortlichen haben sich hohe Ziele gesetzt, um die Einrichtung wieder auf einen stabilen Kurs zu bringen und den Gesundheitsstandort Saarlouis nachhaltig zu sichern.