Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen, und das spiegelt sich auch in der Situation vieler Zulieferer wider. Immer mehr Unternehmen müssen um ihre Zukunft kämpfen – ein Umstand, der besorgniserregend ist. Laut einem Bericht von ZDF heute sind zahlreiche Zulieferer in einer Krise, die auch dazu führt, dass viele Arbeitsplätze verloren gehen.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Progress-Werk-Oberkirch GmbH (PWO), die ursprünglich mit der Produktion von Luftpumpen begann und mittlerweile Komponenten für Armaturenbretter, Fensterheber und kleine Elektromotoren herstellt. Das Unternehmen hat in den vergangenen drei Jahren mit Rekordzahlen aufgetrumpft und kann mehr Aufträge akquirieren, als es abarbeiten kann. CEO Carlo Lazzarini hebt hervor, dass die Unabhängigkeit vom Antriebsstrang einen entscheidenden Vorteil darstellt, ebenso wie die Strategie „Local for Local“. Während PWO in vielen Ländern erfolgreich ist, hat das deutsche Werk jedoch mit Herausforderungen zu kämpfen – ein trauriges Bild innerhalb einer Branche, die auf die niedrigste Beschäftigtenzahl seit 2011 gesunken ist.

Strategien der Zulieferer

Doch was tun? Zulieferer haben verschiedene strategische Optionen, um diese Widrigkeiten zu bewältigen, wie Deloitte klarstellt. Dazu gehört die Abspaltung von Unternehmensteilen oder etwa Kooperationen mit Private-Equity-Fonds, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Ein interessantes Konzept ist auch die „Harvesting“-Strategie, die darauf abzielt, aus bestehenden Geschäftsbereichen Kapital zu schlagen, selbst in rückläufigen Märkten.

Ein weiterer Ansatz in der Branche ist die Konsolidierung, bei der Firmen über Fusionen versuchen, ihre Marktanteile zu erhöhen und Preisdruck zu mindern. Auf der anderen Seite steht die Option, durch innovative Ansätze Produkte für neue Marktpotentiale zu entwickeln. Die Ansätze sind so vielseitig wie die Herausforderungen selbst – jeder Zulieferer hat seine individuelle Strategie zu fahren.

Wettbewerbsdruck und Marktveränderungen

Der Druck auf die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie wächst stetig. Branchenexperten warnen, dass strukturelle Veränderungen im Sektor demnächst wie eine Welle über die gesamte Branche hinwegfegen könnten. Die Digitalisierung und der Aufstieg elektrischer Antriebe seien nur einige der Faktoren, die die Wettbewerbslandschaft neu gestalten. Ein Vergleich mit den 1990er-Jahren zeigt, wie tiefgreifend diese Veränderungen sind, als eine ähnliche Situation mit massiven Anpassungsnotwendigkeiten einherging.

Die Notwendigkeit zur Anpassung ist für viele Zulieferer überlebenswichtig. Laut einer Studie sind die Herausforderungen so groß, dass individuelle strategische Optionen verfolgt und möglichst rasch implementiert werden müssen, um im harten Wettbewerb bestehen zu können.

Erfolgsbeispiele in stürmischen Zeiten

Trotz aller Widrigkeiten gibt es Lichtblicke. Firmen wie die Konzelmann GmbH, die auf Präzisionsteile aus Kunststoff spezialisiert ist, nutzen ihre Innovationskraft, um in die Elektromobilität zu investieren. Ein herausragendes Beispiel ist ihr preisgekröntes Bauteil für sichere Batterien, das nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in anderen Branchen, wie der Medizintechnik, Verwendung findet. Solche Diversifizierungsstrategien können gerade in stürmischen Zeiten Stabilität bieten.

Die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie mag rückläufig sein, doch innovative Unternehmen wie PWO und Konzelmann beweisen, dass es auch in Krisenzeiten möglich ist, erfolgreich zu sein und neues Terrain zu erobern. Das Engagement und die Anpassungsfähigkeit dieser Firmen könnten Wegweiser für die gesamte Branche sein, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, anstatt in der alten Denkweise zu verharren.

Man sieht: Innovation und Diversifizierung machen das Leben bunter und sorgen dafür, dass auch in stürmischen Zeiten die Chancen nicht verloren gehen. Und dieses Gefühl, auch in unsicheren Zeiten ganz oben mitzuspielen, könnte vielleicht der Schlüssel zu einer rosigeren Zukunft in der Automobilindustrie sein.