Auf Baustellen wird immer wieder Schwarzarbeit aufgedeckt, und so auch in Saarlouis. Dort führte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamts Saarbrücken am vergangenen Dienstag eine breit angelegte Kontrolle durch, die im Rahmen einer bundesweiten Schwerpunktaktion im Baugewerbe stattfand. Insgesamt wurden 83 Beschäftigte aus 23 Firmen befragt, um die rechtlichen Verhältnisse der Arbeitsverhältnisse zu überprüfen. Dabei kam es zu fünf Festnahmen von Männern aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, Moldawien und Georgien, die sich illegal in Deutschland aufhielten und unverhältnismäßig beschäftigt waren. Zwei dieser Männer versuchten erbittert, sich der Kontrolle zu entziehen und versteckten sich im unbeleuchteten Rohbau, wurden jedoch entdeckt und festgenommen. Über das weitere Vorgehen wird jetzt die zuständige Ausländerbehörde befinden.

Doch die Aufdeckung von Schwarzarbeit war nicht der einzige Aspekt dieses Übergriffs. Hinweisen zufolge gab es zudem Verdachtsmomente hinsichtlich unrechtmäßig bezogener Sozialleistungen sowie möglicher Unterschreitungen des Mindestlohns. So mussten nicht weniger als drei Beschäftigte ein Verwarngeld zahlen, da sie ohne Ausweisdokumente unterwegs waren. Die FKS plant, weitere Prüfungen in der Region durchzuführen. Bei einer Bestätigung der Verdachtsmomente werden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Saarbrücker Zeitung berichtet, dass regelmäßige bundesweite und regionale Schwerpunktprüfungen durchgeführt werden, um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung entschlossen den Riegel vorzuschieben.

Schwerpunktprüfung in der Baubranche

Die FKS führt diese bundesweiten Schwerpunktprüfungen nicht ohne Grund durch. Die Baubranche hat eine immense volkswirtschaftliche Bedeutung und ist häufig von illegalen Praktiken betroffen. Im Jahr 2025 initiierte die FKS über 10.000 Strafverfahren und nahezu 7.900 Ordnungswidrigkeitenverfahren, wobei etwa 60 Prozent der festgestellten Schadenssumme aus dieser Branche stammten. Aktuell steht ein Strafverfahren vor dem Landgericht Dortmund im Raum, in dem ein Mann zu knapp drei Jahren Haft verurteilt wurde, weil er über 50 Fälle von Arbeitsentgeltvorenthaltung begangen hatte, was zu einem Gesamtschaden von fast 2,7 Millionen Euro führte. Auch in diesem Licht sind die Kontrollen der FKS von essentieller Bedeutung. Die Zoll-Website informiert darüber, dass die Prüfungen in dieser Branche bis in die Abendstunden fortgeführt werden.

Ein weiteres Augenmerk der FKS liegt auf der ordnungsgemäßen Anmeldung der Beschäftigten zur Sozialversicherung, dem unrechtmäßigen Bezug von Sozialleistungen sowie der Einhaltung der branchenübliche Mindestlöhne. Zum 1. Januar 2026 beträgt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn im Baugewerbe 13,90 Euro pro Stunde. Für spezielle Gewerke wie Dachdecker, Elektriker und Maler gelten branchenspezifische Mindestlöhne, die ebenfalls strengen Prüfungen unterliegen müssen. Das Bundesfinanzministerium hebt hervor, dass die FKS regelmäßig die Einhaltung dieser Vorschriften prüft und dabei mit einem Team von rund 3.200 Zöllnerinnen und Zöllnern ausgestattet ist.