Die letzten Fastnachtstage im Saarland waren bunt und laut, mit Feierlichkeiten auf den Umzügen, die die Straßen des Saarpfalz-Kreises zum Leben erweckten. Aber der Karneval hat nicht nur regionalen Einfluss; seit Februar 2023 spielt er auch im Bundestag eine institutionelle Rolle. Durch die Gründung des interfraktionellen Parlamentskreises „Karneval, Fastnacht, Fasching“ haben Abgeordnete eine Plattform geschaffen, um die Belange des Karnevals politisch zu vertreten. Zu den Gründungsmitgliedern gehören bekannte Gesichter wie Markus Uhl (CDU), der als einer der Initiatoren gilt, sowie Sanae Abdi (SPD) und Matthias Birkwald (Die Linke), um nur einige zu nennen. Diese Gruppe ist zwar keine offizielle politische Fraktion, aber sie erfüllt eine wichtige Funktion als Interessensgruppe für die Karnevalskultur in Deutschland.

Markus Uhl, der die Fastnacht seit seinen frühen Jahren liebt, betont die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements von über 2,6 Millionen Menschen in mehr als 5.300 Karnevalsvereinen, darunter über 700.000 Jugendliche. Er verbindet mit der Fastnacht nicht nur Brauchtum und Tradition, sondern auch Freude und Feiern. Der Parlamentskreis ist ein politisches Forum, das den Austausch zwischen Karnevals-Helfern fördert – Klaus-Ludwig Fess, Präsident des Bundes Deutscher Karneval, nimmt regelmäßig an den Sitzungen teil. Ein Highlight für Uhl sind die jährlichen Empfänge der Karnevals-Delegationen im Reichstagsgebäude, die einen feierlichen Rahmen für die Diskussion der Karnevalsthemen bieten.

Die Vielfalt des Karnevals

Der Karneval selbst hat in Deutschland eine lange Tradition, die sich durch verschiedene regionale Bräuche und Feiern auszeichnet. Während im Rheinland und der schwäbisch-alemannischen Fastnacht das Feiern in Umzügen, mit Liedern, Masken und Kostümen im Vordergrund steht, gibt es auch Unterschiede in den regionalen Ausdrücken und Praktiken. So wird beispielsweise „Fastnacht“ vor allem in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg verwendet, während in Bayern und Sachsen der Begriff „Fasching“ geläufig ist.

Die Ursprünge des Karnevals reichen bis in die Antike zurück, wo ähnliche Feste bereits vor 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert wurden. Der Begriff „Karneval“ tauchte erstmals Ende des 17. Jahrhunderts im Rheinland auf und wird häufig mit der Fastenzeit verbunden. Traditionell beginnt der Karneval am Dreikönigstag oder am 11. November, mit der Hochsaison, die in der Woche vor Aschermittwoch ihren Höhepunkt findet, insbesondere am Rosenmontag.

Karneval als kulturelles Phänomen

Der Karneval ist nicht nur eines der lebendigsten Feste in Deutschland, sondern auch ein bedeutendes kulturelles Ereignis, das Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Städte wie Köln, Düsseldorf, Mainz und München sind bekannte Hochburgen, die jedes Jahr zahlreiche Touristen anlocken. Der Rheinische Karneval ist geprägt von satirischem Spott und politischen Witzen, während die schwäbisch-alemannische Fastnacht mit archaischen Masken und traditionellen Figuren besticht. Ein beliebter Brauch ist Weiberfastnacht, an dem Frauen symbolisch die Macht übernehmen, Rathäuser stürmen und den Bürgermeistern die Stadtschlüssel abnehmen.

In diesem Sinne ist der Karneval nicht nur eine Zeit des Feierns, sondern auch ein Ausdruck von Lebensfreude und kultureller Identität. Er verbindet Gemeinschaft und bietet ein Ventil für Kreativität, das sich über die Jahrhunderte hinweg erhalten hat, während sich die Traditionen an moderne Einflüsse anpassen. So bleibt der Karneval ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Kulturerbes, das in seiner Vielfalt und Lebendigkeit einzigartig ist.

Für weitere Informationen über die Rolle des Karnevals im Bundestag und die damit verbundenen Traditionen, können Sie den Artikel auf der Saarbrücker Zeitung lesen. Historische Hintergründe und Bräuche werden ausführlich auf Wikipedia behandelt und die kulturellen Aspekte des Karnevals finden Sie auf Learn Deutsch Now.