Am Donnerstag, den 5. März 2026, fand in Rottweil die zentrale Wahlkampfabschlussveranstaltung der AfD in der Stadthalle statt. An diesem Abend traten die Bundesparteichefin Alice Weidel und der Co-Bundessprecher Tino Chrupalla als Hauptredner auf, um ihre politischen Ziele und Strategien vorzustellen. Chrupalla forderte ein Ergebnis von über 20 Prozent bei der bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg und kritisierte die derzeitige grüne Politik sowie die etablierten Regierungsparteien. Er bemerkte, dass die Kassen in Baden-Württemberg klamm seien, trotz einer früher florierenden Wirtschaft. Co-Bundesvorsitzende Alice Weidel äußerte sich ebenfalls zu Themen der Migrationspolitik und kündigte an, illegale Migranten auszuweisen. Diese Veranstaltung markierte den Abschluss des Wahlkampfs der AfD in der Region, mit dem Ziel eines politischen Neuanfangs.
Während die AfD-Veranstaltung mit mehr als 900 Anwesenden stattfand, gab es parallel dazu eine Demonstration des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt. Laut Polizei nahmen etwa 500 Personen an der Gegendemonstration teil, die um 17:00 Uhr begann und mit einer Kundgebung vor der Stadthalle endete. Die Veranstaltung der AfD verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Emil Sänze, der AfD-Landessprecher, moderierte die Veranstaltung und stellte die Ehrengäste vor. Tino Chrupalla und Alice Weidel sprachen auch über Bildungspolitik und die Herausforderungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte.
Politische Themen und Herausforderungen
Im Kontext der bevorstehenden Wahlen ist Migration ein zentrales Thema, das auch im Bundestagswahlkampf 2025 stark diskutiert wurde. Parteien wie die Union und die AfD haben unterschiedliche Ansätze zur Migrationspolitik entwickelt. So wollte Friedrich Merz von der Union anfangs keinen Migrationswahlkampf führen, änderte jedoch seine Position nach einem Messerangriff in Aschaffenburg. Während die AfD mit ihrem Fokus auf „Remigration“ und der Forderung nach konsequenten Abschiebungen auftritt, verfolgt die Union einen eher restriktiven Ansatz, der an den deutschen Grenzen einen faktischen Aufnahmestopp vorsieht.
Die AfD lehnt eine Beteiligung an einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik ab und setzt sich für die Abschaffung des individuellen Asylrechts ein. Diese Positionen stehen im starken Gegensatz zu den Vorschlägen anderer Parteien. So kritisiert die SPD lange Asylverfahren und will diese auf sechs Monate beschleunigen, während die Grünen sich für die Beibehaltung des Grundrechts auf Asyl starkmachen. Auch die FDP hat klare Vorstellungen, unter anderem die Einführung eines Einwanderungsgesetzbuches und die flächendeckende Einführung von Bezahlkarten für Geflüchtete.
Die Auseinandersetzung um die Migrationspolitik wird nicht nur in Wahlkampfveranstaltungen, sondern auch in parlamentarischen Anträgen und Gesetzentwürfen deutlich. Der Fünf-Punkte-Plan zur Migration, der mit Stimmen von Union, FDP und AfD angenommen wurde, zeigt, wie vielfältig die Ansätze sind, die im politischen Diskurs verfolgt werden. In dieser Gemengelage wird die AfD als eine der Parteien wahrgenommen, die sich klar und deutlich gegen die geltenden Migrationspolitiken positioniert und auf eine radikale Wende drängt. Die kommenden Wahlen werden zeigen, wie sich diese Positionen in den Wählerstimmen niederschlagen werden.
Für weitere Informationen zu den Ereignissen in Rottweil und den politischen Positionen der AfD, besuchen Sie die ausführlichen Berichte auf n-tv und NRWZ.