Ein Lichtblick in der Garnelenzucht: Die HanseGarnelen AG aus Glückstadt, die mit ihrer nachhaltigen Zucht auf sich aufmerksam gemacht hat, steht nach der Einleitung eines Insolvenzverfahrens vor einer Wende. Zum Ende Juni 2025 musste das Unternehmen, das sich in einer finanziellen Krise befand, die vorläufige Insolvenzverwaltung beantragen. Der Hauptgrund hierfür war eine Finanzierungslücke von 1,5 Millionen Euro, nachdem ein Gesellschafter seine Unterstützung zurückgezogen hatte. Inmitten dieser Herausforderungen gibt es nun Grund zur Hoffnung.

Am **27. Juni 2025** ordnete das Amtsgericht Itzehoe die vorläufige Insolvenzverwaltung an, unter der Leitung des erfahrenen Insolvenzverwalters Berend Böhme von der Bremer Kanzlei B+O Böhme Götz Geske. Trotz der turbulenten Zeiten sind die Mitarbeitenden des Unternehmens optimistisch geblieben. Die Löhne der 22 Beschäftigten sind durch Insolvenzgeld gesichert, und die Produktion an den drei Standorten – Glückstadt, Grevesmühlen und Gronau – wird weiterhin betrieben. Kunden können sich also weiterhin auf ihre gewohnten Produkte verlassen.

Neuer Investor bringt frischen Wind

Die Rettung naht in Form eines neuen Investors: Damm Aquakultur aus Hessen hat zugesagt, sich an der HanseGarnelen AG zu beteiligen. Diese Zusammenarbeit wurde bereits im September 2025 besiegelt, als die Gespräche zwischen dem Gründer Rupert Baur und Damm Aquakultur auf einen positiven Weg kamen. Baur äußerte sich zufrieden über die Möglichkeiten, die die neue Partnerschaft eröffnet, und betonte die Synergien, die man schaffen könne. Das Unternehmen plant, die jährliche Produktion von über 85 Tonnen Garnelen noch weiter auszubauen.

Die Marke HanseGarnelen bleibt erhalten, und alle Mitarbeitenden aus Glückstadt werden übernommen. Diese Entscheidung sichert nicht nur den Erhalt der Arbeitsplätze, sondern signalisiert auch ein starkes Bekenntnis zur Region und zur nachhaltigen Garnelenzucht. In Glückstadt betreibt HanseGarnelen die größte Kreislaufanlage für Garnelenzucht in Europa, die nur minimal Umweltbelastungen verursacht – das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für unseren Planeten.

Die turbulente wirtschaftliche Lage

Inmitten dieser positiven Entwicklung ist es wichtig, den wirtschaftlichen Kontext zu beachten. Die Zahl der Großinsolvenzen – Unternehmen mit einem Umsatz über 10 Millionen Euro – ist von 2023 auf 2024 um 30 Prozent gestiegen. Erwartungen für 2025 deuten auf einen weiteren Anstieg der Insolvenzen um 20 bis 25 Prozent hin, was besonders Branchen wie die Automobilzulieferer sowie Bau- und Maschinenbauunternehmen betrifft. Hier muss auch HanseGarnelen seine Chancen und Risiken gut abwägen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.

Abschließend bleibt die Hoffnung, dass die HanseGarnelen AG mit neuem Elan und vereintem Teamgeist die Schwierigkeiten überwindet und in eine positive Zukunft startet. Die Planung, die Preise für die Kunden zu senken, könnte ihnen dabei helfen, noch mehr Menschen von ihren nachhaltigen Produkten zu überzeugen. Ein gutes Händchen bei der Gestaltung dieser Zukunft ist gefragt!

Für weitere Details und aktuelle Informationen werfen Sie einen Blick auf die Berichterstattung von NDR, Merkur und Kreis Bote.