In der Region um den Nord-Ostsee-Kanal herrscht derzeit eine angespannte Situation in Bezug auf die Hybridfähren. Drei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme haben technische Schwierigkeiten dazu geführt, dass zwei der drei neu angeschafften Fähren aktuell aus Sicherheitsgründen außer Betrieb sind. Das berichtet NDR. Gebaut wurden die drei Hybridfähren mit einem stolzen Investitionsvolumen von rund 21 Millionen Euro. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) hat diese Notwendigkeit aufgrund der aufgetretenen Probleme in längeren Betriebszeiträumen identifiziert.
Als Übergangslösung übernehmen alte Fähren derzeit den Dienst und beweisen sich erneut als unverzichtbare Elemente im Pendelverkehr zwischen den Fährstellen Hochdonn im Kreis Dithmarschen, Hohenhörn sowie Nobiskrug im Kreis Rendsburg-Eckernförde. WSA-Sprecher Thomas Fischer beschreibt die Situation als eine Art Testbetrieb unter Live-Bedingungen, um die Probleme der Hybridfähren zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten.
Technische Schwierigkeiten mit den Fähren
Die Hybridfähre „Stecknitz“, welche seit März 2023 wegen technischer Probleme nicht eingesetzt werden konnte, wird voraussichtlich ab dem 18. November 2024 wieder verkehren, wie die Seite nok21.de berichtet. Diese Fähre war Teil eines Projekts zur Modernisierung ältester Flottenmitglieder am Kanal und sollte ursprünglich umweltfreundlicher und effizienter sein. Die „Stecknitz“ hat eine Länge von 30 Metern und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 13 km/h erreichen. Die Stromversorgung erfolgt durch Batterien, die während der Fahrt durch einen Dieselgenerator aufgeladen werden. Technische Probleme mit dem Generator haben jedoch den Einsatz der Fähre erheblich verzögert.
Neben der „Stecknitz“ sind auch die beiden anderen neuen Fähren, „Arlau“ und „Alster“, bereits im Einsatz. Jedoch gab es auch hier Schwierigkeiten, die immer wieder in Gewerke geführt haben, sodass eine der Fähren bis zum 17. Juli 2023 für Gewährleistungsarbeiten auf die Werft musste.
Ein weiterer Rückschlag für die Fährflotte
Eine zusätzliche Hybridfähre, die „Welt ahoi“, steht zur Zeit ebenfalls still. Geplant war, dass sie die bestehenden Fähren „Travemünde“ und „Pötenitz“ unterstützen soll, die seit 1999 im Dienst sind. Doch Mängel an der neuen Fähre, wie unpassende Ladeklappen und Fehler an der Batterie, haben deren Einsatz verzögert. Diese Fähre wurde bereits offiziell abgenommen, wobei im Zuge der Testfahrten wiederholt Fehler auftraten, wie die Kreiszeitung meldet. Stadtwerke Lübeck sowie die verantwortliche Werft sind nun gefordert, Lösungen für die aufgetretenen Probleme zu finden, doch der Zeitpunkt für die Inbetriebnahme bleibt ungewiss.
Für den Fährverkehr wird bis zur vollständigen Inbetriebnahme aller neuen Fähren weiterhin auf die bestehenden Fähren zurückgegriffen, während die betroffenen Unternehmen an einer Lösung arbeiten. Ungeachtet der Herausforderungen bleibt die Hoffnung auf eine sichere und umweltfreundliche Fährverbindung über den Nord-Ostsee-Kanal, die eines Tages problemlos und effizient funktionieren sollte.