Der Winter hat uns fest im Griff, und während viele von uns gemütlich drinnen sitzen, müssen Autofahrer bei Schneetreiben und Glatteis oft tapfer draußen kämpfen. In Deutschland ist es zwar nicht alltäglich, dass schneereiche Tage überhandnehmen, doch wenn die kalte Jahreszeit zuschlägt, können die Straßenverhältnisse rasant chaotisch werden. So kommt es nicht selten vor, dass die Fahrer ihr Auto von Schnee und Eis befreien müssen und damit gleich mal in Verzug geraten. Da stellt sich die Frage: Wie gehe ich richtig mit öffentlichen Räumfahrzeugen um?

Wie Merkur berichtet, sind Räumfahrzeuge in der Regel recht langsam unterwegs, was bei genervten Autofahrern oft zu Frustration führt. Obwohl das Überholen von Winterdienstfahrzeugen theoretisch erlaubt ist, empfiehlt es sich im Zweifelsfall, Abstand zu halten. Schließlich können winterliche Straßenverhältnisse, wie dichter Schneefall und Glatteis, die Sicht erheblich beeinträchtigen. Und ganz nach den Vorschriften des §5 Absatz 3 StVO ist Überholen bei unklarer Verkehrslage nicht gestattet, was in der Regel genau bei solch winterlichen Bedingungen der Fall ist.

Bußgelder und Vorschriften

Wer beim Überholen die geltenden Vorschriften missachtet, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Laut geblitzt.de drohen bei einem Überholverstoß nicht nur ein Bußgeld von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg. Im schlimmsten Fall sind sogar bis zu 250 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot fällig, wenn andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. Um auf der sicheren Seite zu sein, raten Experten dazu, mindestens 50 Meter Abstand zu den Räumfahrzeugen zu halten. Dies schützt nicht nur vor aufgewirbeltem Streugut, sondern gibt auch Zeit, auf unerwartete Manöver der anderen Verkehrsteilnehmer zu reagieren.

Besonders auf Autobahnen dürfen Räumfahrzeuge die Rettungsgasse nutzen und sind nicht nur auf der rechten Spur unterwegs. Die Straßen sind häufig nicht geräumt oder gestreut, was das Überholen unter winterlichen Bedingungen zu einem Risiko macht, das besser vermieden wird. Zudem droht, sollte man das Überholen doch wagen, eine erhebliche Gefährdung für das eigene Fahrzeug, da Streugut Roststellen und Kratzer hervorbringen kann.

Empfehlungen der Experten

ADAC-Experten haben ebenfalls klare Empfehlungen. Sie warnen eindringlich davor, Räumfahrzeuge zu überholen. Das Risiko eines Unfalls in diesen Situationen sei einfach zu hoch. Die Straßen sind – wie schon gesagt – meist nicht in einem fahrbaren Zustand, was ein langsames, umsichtiges Fortkommen erforderlich macht. Wer sich dennoch zu einem Überholmanöver entschließt, muss deutlich schneller sein als das vorausfahrende Fahrzeug und auf einen ausreichenden Seitenabstand achten.

Folglich bleibt festzuhalten: Bei winterlichen Verhältnissen gilt, lieber mal eine Minute länger brauchen und sicher ankommen, als sich in unnötige Risiken zu stürzen. Ein kluger Autofahrer hat eben ein gutes Händchen und denkt nicht nur an den eigenen Zeitplan, sondern auch an die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.