Am 25. November 2025 wird in Lübeck ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert: Das Katharineum, die Lübecker Museen und die Stadtbibliothek blicken auf 800 Jahre Geschichte zurück. Diese Feierlichkeiten werfen einen Blick auf die lange Tradition des städtischen Lebens, die eng mit den Wurzeln des ehemaligen Franziskanerklosters verknüpft ist. Bereits im Jahr 1225 ließ sich der Franziskanerorden in Lübeck nieder und errichtete auf einem großzügigen Grundstück eine Kirche und ein Kloster, was die erste Ansiedlung des Ordens in Norddeutschland darstellt. Diese spirituellen Wurzeln hielten bis zur Reformation im Jahr 1531 an, als die Klostergebäude aufgelöst wurden.
Die historischen Gebäude beheimaten heute nicht nur das Katharineum, sondern auch die Stadtbibliothek und die Museen, die ein Zentrum kultureller Bildung darstellen. Museumsdirektor Tilmann von Stockhausen hebt hervor, dass der Geist dieser dreiteiligen Bildungseinrichtung bis heute spürbar ist. Diese enge Verbindung zwischen den ehemals Franziskanern und der Stadt erkannte man auch in der Unterstützung durch die Bürger, die das Kloster mit Spenden förderten. So wurde das Katharinenkloster nicht nur als religiöser Ort, sondern auch als beliebte Beerdigungskirche geschätzt.
Die Rolle der Franziskaner
Die Geschichte des Katharinenklosters ist von verschiedenen Konflikten und Entwicklungen geprägt. Im Jahr 1277 kam es beispielsweise zu einem Streit über das Bestattungsrecht, welcher schließlich 1281 durch Papst Nikolaus III. zugunsten der Franziskaner entschieden wurde. Zudem entwickelte sich im 15. Jahrhundert das Kloster zu einem wichtigen Zentrum für mittelniederdeutsche religiöse Texte. Aber auch die Herausforderungen waren nicht zu vernachlässigen: während der Pest-Epidemie im Jahr 1350 erhielten die Franziskaner zahlreiche Legate, was zu einem erneuten Ausbau des Klosters führte.
Mit der Reformation endete die Ära des Franziskanerordens in Lübeck, doch das Erbe bleibt lebendig. Das ehemalige Kloster wurde nach seiner Auflösung für eine Lateinschule genutzt, die später den Namen Katharineum erhielt. Auch die Stadtbibliothek fand im ehemaligen Dormitorium Platz und hat sich seither zu einem bedeutenden Teil der städtischen Kultur entwickelt.
Ein Blick in die Zukunft
Am festlichen Abend des 25. November wird im Scharbausaal der Stadtbibliothek ein Einblick in die Kunst- und Baugeschichte der vergangenen Jahrhunderte gewährt. Diese Veranstaltung setzt nicht nur einen feierlichen Rahmen für das 800-jährige Jubiläum, sondern erinnert auch an die Bedeutung der Franziskanergeschichte für die Lübecker Bürger. Der Orden, der im 13. Jahrhundert in Deutschland Fuß fasste, hat bis heute Einfluss auf das gesellschaftliche Leben und engagiert sich in verschiedensten Bereichen von seelsorglicher Aushilfe bis zur Weltmission.
Die tief verwurzelte Geschichte dieser Gemeinschaft und ihrer Institutionen ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die Bedeutung von Kultur, Bildung und der Verbundenheit zwischen der Kirche und der Bürgerschaft. Lübeck wird also nicht nur zurückblicken, sondern auch nach vorne schauen und die Lehren und Werte der letzten 800 Jahre weitertragen.
Besuchen Sie die Jubiläumsfeierlichkeiten und entdecken Sie die Facetten der Geschichte, die das Katharinenkloster und seine Nachfolger bis heute prägen. Dies ist nicht nur eine Feier der Vergangenheit, sondern ein Schritt in die Zukunft für die Bildung und Kultur in Lübeck.