Heute ist der 22.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die Situation des Wohneigentums im Kreis Herzogtum Lauenburg. Mit rund 49.900 mietfreien Wohnungen, die von den Eigentümern selbst genutzt werden, zeigt sich eine interessante Entwicklung. Die Wohneigentumsquote im Kreis beträgt 51 Prozent, was über der bundesweiten Quote von 43,5 Prozent liegt. Dies macht Herzogtum Lauenburg zu einer besonderen Region in Deutschland, das im europäischen Vergleich eine niedrige Wohneigentumsquote aufweist und als „Mieter-Land“ gilt. Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass rund 36.700 Menschen im Alter von 25 bis 40 Jahren im Kreis leben. Viele aus dieser Altersgruppe sind gezwungen, zur Miete zu wohnen, was insbesondere für Jobstarter und Familiengründer eine Herausforderung darstellt.
Die Abschaffung der Eigenheimzulage und des Baukindergeldes durch den Bund wird von der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel kritisiert. BDB-Verbandspräsidentin Katharina Metzger fordert ein neues Programm zur Förderung von Wohneigentum, das direkte Zuschüsse und ein Niedrigzinsprogramm umfasst. Diese Förderung soll unbürokratisch gestaltet werden, um den Erwerb von Eigentum zu erleichtern. Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau, spricht sich für eine langfristige Garantie für staatliche Unterstützung aus. Der Gedanke dahinter ist, dass Wohneigentum eine wichtige Rolle für die Altersvorsorge spielt, um „Wohnarmut im Alter“ zu vermeiden.
Wohneigentumsquote in Deutschland
Im bundesweiten Vergleich zeigt sich, dass Deutschland die niedrigste Wohneigentumsquote in der EU aufweist. Laut einer IW-Auswertung von Zensusdaten sank die Wohneigentumsquote von 2011 bis 2022 um 0,9 Prozentpunkte auf 44 Prozent. In der gesamten Analyse wird ersichtlich, dass die Niedrigzinsphase in diesem Zeitraum zwar zu günstigen Immobilienkrediten führte, jedoch nicht zu einer Erhöhung der Eigentumsquote. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: Während die Wohneigentumsquote in ostdeutschen Bundesländern, einschließlich Berlin, zwischen 2011 und 2022 stieg, sank sie in Westdeutschland. Im Osten liegt die durchschnittliche Eigentumsquote bei knapp 35 Prozent, im Westen bei gut 46 Prozent.
Die Situation verschärft sich für Haushalte mit Hauptverdiener unter 50 Jahren, deren Wohneigentumsquote von 34,5 Prozent im Jahr 2011 um 4 Prozentpunkte gefallen ist. Im Gegensatz dazu stieg die Eigentumsquote bei Haushalten mit Hauptverdiener über 50 Jahren um 4,1 Prozentpunkte auf knapp 57 Prozent. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden verschiedene Vorschläge zur Erhöhung der Wohneigentumsquote diskutiert. Dazu zählen eine Reform der Grunderwerbsteuer, die bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt, sowie die Streichung der Steuer für Neubauten von selbst genutztem Eigentum.
Die Bedeutung von Wohneigentum
Wohneigentum ermöglicht nicht nur den Vermögensaufbau, sondern trägt auch zu einer gleichmäßigeren Vermögensverteilung bei. Länder mit höheren Wohneigentumsquoten zeigen tendenziell weniger soziale Ungleichheit. Die amtliche Statistik bietet zahlreiche Daten zum Thema Wohnen in Deutschland, die für eine umfassende Analyse von Bedeutung sind. So wird beispielsweise die Anzahl der Gebäude und Wohnungen in der Gebäude- und Wohnungszählung erfasst und jährlich aktualisiert. Im Zusammenhang mit der Wohnsituation ist auch die Mietbelastungsquote von Interesse, die den Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen darstellt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Situation des Wohneigentums im Kreis Herzogtum Lauenburg eine interessante Facette des deutschen Wohnungsmarktes darstellt. Die Herausforderungen für junge Menschen und Familiengründer sind groß, doch mit den richtigen politischen Maßnahmen könnte sich die Lage allmählich verbessern. Es bleibt zu hoffen, dass die Appelle an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, die im Koalitionsvertrag versprochene Förderung von Wohneigentum zeitnah umzusetzen, Gehör finden. Nur so kann eine nachhaltige Lösung für die Wohnproblematik in Deutschland gefunden werden.
Für weitere Informationen zu den Statistiken und Daten rund um das Thema Wohnen in Deutschland, besuchen Sie die amtlichen Statistiken unter Destatis.
Weitere Details zur Wohneigentumsquote finden Sie auch in den Berichten des IW unter iwd.de sowie auf herzogtum-direkt.de.