In Schleswig-Holstein ist die Diskussion um die Industrieumsätze zurzeit in vollem Gange. Im ersten Halbjahr 2025 kam es zu einem Rückgang der Umsätze in der Industrie um nominal 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt Schleswig-Holstein deutlich über dem bundesweiten Trend, wo die Umsätze um lediglich 1,2 Prozent sanken, wie stern.de berichtet.

In Zahlen ausgedrückt: Die Industrie erzielte in den ersten sechs Monaten rund 17,5 Milliarden Euro Umsatz. Preisbereinigt fielen die Umsätze sogar um 5,0 Prozent. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang im Inlandsumsatz, der mit minus 7,7 Prozent zu Buche schlägt. Zudem wurden die größten Rückgänge in den Bereichen „Sonstiger Fahrzeugbau“ und der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen verzeichnet, wo die Umsätze um 31,2 bzw. 25,3 Prozent sanken. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, zeigt sich jedoch, dass die pharmazeutische Industrie einen Aufschwung um 18,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete.

Unterschiedliche Entwicklungen im Vorjahr

<pIm Vergleich dazu war 2024 ein weiteres Jahr mit rückläufigen Umsätzen, die damals um 4,5 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro sanken. Der Hauptgrund war ein Rückgang im Auslandsabsatz um satte 12,8 Prozent. Während der Inlandsumsatz leichten Schwung mit einem Plus von 1,1 Prozent zeigte, sorgten verschiedene Sektoren wie der „Sonstige Fahrzeugbau“ für eine Enttäuschung mit einem Minus von 39,1 Prozent, wie Statistik Nord analysiert.

Die Umsatzschwankungen sind teilweise auf die unregelmäßige Abrechnung von Großaufträgen zurückzuführen, die sich in die Bücher verschieben können, erläutert Marc Alexander Bülk vom Statistikamt Nord. Dies zeigt, wie abhängig die schleswig-holsteinische Industrie von großen Aufträgen ist, die oft erst im zweiten Halbjahr verbucht werden. 

Ein Blick über die Grenzen

Der wirtschaftliche Kontext in der Region wird durch die Entwicklungen in Dänemark weiter beeinflusst. Dort stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2024 um 0,9 Prozent, angetrieben durch die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe und insbesondere in der Pharmaindustrie. Während in Deutschland die Umsätze sinken, wächst Dänemarks BIP für das Gesamtjahr 2024 auf rund 3% — ein bedeutender Unterschied zum EU-Durchschnitt von 0,9%, berichten die Kieler Forschungsstelle.

Diese unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen zeigen, dass es für die Unternehmen in Schleswig-Holstein wichtig ist, die Märkte und Trends genau im Auge zu behalten, um die Chancen effizient zu nutzen. Für die Industrie sind die nächsten Monate entscheidend, nicht nur um die Absätze zu stabilisieren, sondern auch um mögliche Aufträge aus dem Ausland wieder zu gewinnbringenden Ufern zu bringen. Hier gilt es, das richtige Gespür zu haben und mit innovativen Lösungen zu punkten, sodass die Unternehmen auch in Zukunft eine tragende Rolle in der regionalen und bundesweiten Wirtschaft spielen können.