In Kiel steht eine spannende Debatte um die Namensgebung der neuen Sporthalle am RBZ Wirtschaft im Raum. Ursprünglich sollte die Halle nach dem Olympiasieger Willi Holdorf benannt werden, der 1964 als erster Deutscher Gold im Zehnkampf holte und 2020 verstarb. Die Entscheidung, Holdorf als Namensgeber auszuwählen, wurde von einer dreiköpfigen Jury getroffen, die aus insgesamt 20 Vorschlägen auswählen musste. Diese Auswahl kam nicht ohne Kontroversen, da die Rathauskooperation von Grünen und SPD die Geschlechterverteilung der Namensgeber hinterfragte und dafür plädiert, auch weibliche Sportlerinnen in Betracht zu ziehen. So wurde beispielsweise der Vorschlag für Elfriede Rahn-Kaun, die erste deutsche Hochspringerin über 1,60 Meter, ins Spiel gebracht.

Stadträtin Doris Grondke hatte zuvor die Kieler Bevölkerung zu Vorschlägen aufgerufen, doch nach eineinhalb Jahren ist der Name der Halle noch immer nicht beschlossen. Die Jury entschied sich gegen die beiden lebenden Sportlerinnen Heike Henkel und Nina Jokuschies, da sie noch in der Entwicklung ihrer sportlichen Karrieren stehen. Die Entscheidung von Holdorf fiel aufgrund seines prägenden Wirkens im Kieler Sport und der Mehrheit der Einsendungen für ihn. Während die Grünen und die SPD eine ausgewogenere Geschlechterverteilung bei der Benennung wünschen, zeigt die CDU-Fraktion wenig Verständnis für die Vertagung der Namensentscheidung und schlägt vor, bei zukünftigen Neubauten ausschließlich weibliche Namen für die Namensgebung zu berücksichtigen.

Details zur neuen Sporthalle

Die geplante Sporthalle, die den Namen Willi Holdorf tragen könnte, wird die erste zweistöckige Sporthalle in Kiel sein und am Westring zwischen Kleist- und Niebuhrstraße errichtet. Die Bauzeit ist für das Frühjahr 2026 bis Herbst 2028 angesetzt, was mit dem Sportstättenmangel in Kiel in Verbindung steht. Der Neubau wird notwendig, da die bestehende Holstein-Halle dem Neubau des Holstein-Stadions weichen muss. Jede Etage der neuen Halle wird eine Fläche von 22 mal 44 Metern bieten, die durch Trennwände teilbar ist und sowohl für den Schulsport des RBZ Wirtschaft am Ravensberg als auch für den Sportverein Holstein Kiel genutzt werden kann.

Die Jury hatte den Namensvorschlag im November 2024 erarbeitet und die Diskussion um den Namen ist weiterhin im Gange. Ein Antrag auf Vertagung der Entscheidung wurde bereits gestellt, und es bleibt unklar, ob ein Änderungsvorschlag für eine weibliche Sportlerin in einer kommenden Ausschusssitzung eingebracht wird.

Sportentwicklung in Kiel

Die Debatte um die Namensgebung ist Teil eines größeren Kontextes, in dem die Stadt Kiel aktiv die Bedürfnisse im Sportbereich ermitteln möchte. Ein Aufruf zur Mitwirkung richtet sich an Sportler, Trainer, Ehrenamtliche, Vereine und Interessierte, um neue Angebote und die Ausübung von Sport in Kiel zu fördern. Informationen dazu sind auf der Webseite der Stadt verfügbar, und die Bürger werden eingeladen, an Workshops, Umfragen und Diskussionsrunden teilzunehmen. Diese Initiativen fließen in die Sportentwicklungsplanung ein, die auf dem Masterplan Sport von 2018 und einem sportwissenschaftlichen Gutachten der CAU von 2012 basieren.

Die Entwicklungen rund um die Namensgebung und den Bau der neuen Sporthalle stehen also im Einklang mit dem Ziel, Kiel zu einer sportlicheren Stadt zu machen. Die Diskussion zeigt, wie wichtig eine ausgewogene Repräsentation in allen Bereichen ist und wie die Stadt die Bedürfnisse ihrer Bürger ernst nimmt.

Für weitere Informationen zu dieser Thematik und der aktuellen Situation rund um die Sporthalle in Kiel, können Sie die vollständigen Artikel auf kn-online und Kiel-Wiki nachlesen.