Heute ist der 11.02.2026. Die Bürgermeisterwahl in Geretsried steht vor der Tür und wird am 8. März 2026 stattfinden. Der amtierende Bürgermeister Michael Müller (CSU) sieht sich drei Herausforderern gegenüber. Bei der letzten Wahl im Jahr 2020 konnte Müller mit 62% der Stimmen einen klaren Sieg erringen. Wolfgang Werner (SPD) erhielt 11%, Martina Raschke (Grüne) 18% und Larry Terwey (FDP) 8%. Das politische Klima in Geretsried hat sich seitdem verändert, und einige ehemalige Kandidaten verfolgen nun andere Wege.

Martina Raschke, die bei der letzten Wahl für die Grünen antrat, hat sich im Jahr 2023 aus dem Stadtrat zurückgezogen und ist nach Lübeck gezogen. Dort plant sie, als Coachin und Mediatorin zu arbeiten, nachdem sie ihr Haus in Gelting verkauft hat. Larry Terwey, der ebenfalls nicht mehr im Stadtrat aktiv ist, hat aufgrund der Erkrankung seiner Frau nach Prien am Chiemsee umgesiedelt. Er hat die FDP verlassen und bezeichnet sich nun als „libertär“. Trotz seines Rückzugs aus der aktiven Politik verfolgt Terwey die Entwicklungen in Geretsried und hat keinen Favoriten unter den neuen Kandidaten.

Die neuen Herausforderungen für Michael Müller

Michael Müller, der seit 2015 im Amt ist, hat sich während seiner Amtszeit für eine offene und integrative Stadt eingesetzt, insbesondere während der Unterbringung von Hunderte Asylsuchenden. In dieser Zeit wurde eine Stelle zur Asylkoordination geschaffen, die mit einer Muslima besetzt wurde. Müller hat auch seine Stadtentwicklungspolitik massiv verändert, indem er den Ausbau des Karl-Lederer-Platzes gefördert und die Egerlandstraße entwickelt hat. Er plant, die Böhmwiese als zukünftigen Kulturstandort zu etablieren und ist überzeugt, dass die kulturelle Stadtentwicklung in fünf bis sieben Jahren sichtbar sein wird.

Jedoch hat Müller Schwierigkeiten, Kritik zu akzeptieren, was von Parteifreunden angemerkt wurde. Sein Wahlkampfslogan „Müller macht’s“ unterstreicht seinen Willen zur aktiven Gestaltung, während er sich gleichzeitig in Krisensituationen mit Parteifreunden berät und versucht, Kompromisse zu finden.

Die Herausforderungen der Herausforderer

Wolfgang Werner, der einzige der ursprünglichen Herausforderer, der weiterhin aktiv ist, kandidiert erneut für den Stadtrat auf Platz 3 der SPD-Liste. Er ist seit 23 Jahren in der SPD und möchte als Bürgermeister einen eigenen Stil einbringen. Werner hebt die Wichtigkeit der Wohnungspolitik hervor und fordert ein Konzept zur sozialgerechten Bodennutzung. Zudem teilt er die Kritik an Müllers Umgang mit Kritik, betont jedoch, dass Müller keine großen Fehler gemacht habe. Persönliche Erfahrungen mit Obdachlosigkeit motivieren Werner, sich für den Ausbau der Kinderbetreuung und Schulen einzusetzen.

Die neue Grüne Kandidatin, Martina Raschke, war bei der letzten Wahl eine Überraschungskandidatin und setzt sich für den Dialog mit der Wirtschaft sowie die Gemeinwohl-Ökonomie ein. Sie kritisiert die Klimaschutzmaßnahmen in Geretsried und fordert mehr Photovoltaik-Anlagen. Larry Terwey bringt seine Erfahrungen aus dem IT-Bereich ein und fordert bessere Kindergartenplätze in der Stadt, während er die isolierte Planung von Stadtentwicklungen kritisiert und mehr Kommunikation mit den Bürgern wünscht.

Die Wahl in Geretsried verspricht, spannend zu werden, da die neuen Herausforderungen und die Rückkehr alter Bekannter auf den politischen Plan stehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie die Bürger auf die verschiedenen Ansätze der Kandidaten reagieren und welche Themen im Wahlkampf dominieren werden. Weitere Informationen zu den Kandidaten und ihren Positionen finden Sie in den Artikeln von Merkur und Süddeutsche Zeitung.