Die Bürgermeisterwahl in Geretsried steht vor der Tür: Am 8. März 2026 treten gleich drei Kandidaten gegen den Amtsinhaber Michael Müller (CSU) an, der seit seiner ersten Wahl 2015 in seinem Amt ist. Müller beeindruckte damals mit seiner Integrationspolitik, als Hunderte Asylsuchende in die Stadt kamen und eine koordinierte Verwaltung der neuen Herausforderungen notwendig war. Zudem schuf seine Amtsführung eine Stelle für die Asylkoordination, besetzt mit einer Muslima, wie Süddeutsche berichtet.
Die letzten Wahlen ergaben ein klares Bild: 2020 konnte sich Müller mit 62% der Stimmen durchsetzen, während seine Kontrahenten Wolfgang Werner (SPD), Martina Raschke (Grüne) und Larry Terwey (FDP) weit dahinter blieben. Werner erhielt 11%, Raschke 18% und Terwey 8%. Im Vorfeld der kommenden Wahl stellt sich die Frage, wie die neuen und alten Herausforderer auf die Amtsverwaltung reagieren werden. Die beiden Ex-Kandidaten Raschke und Terwey haben übrigens bislang einen Rückzieher gemacht: Raschke zog nach Lübeck und plant, dort als Coachin und Mediatorin zu arbeiten, während Terwey nach Prien am Chiemsee umgezogen ist, um seine erkrankte Frau zu unterstützen. Er hat ebenfalls die FDP verlassen und bezeichnet sich nun als „libertär“.
Die Herausforderer im Detail
Wolfgang Werner bleibt die einzige Stimme der ursprünglichen Herausforderer im Rennen. Der erfahrene SPD-Politiker, der seit über zwei Jahrzehnten in der Partei aktiv ist, wird auf Platz 3 der SPD-Liste erneut für den Stadtrat kandidieren. Werner setzt auf einen eigenen Stil und hat sich in der Vergangenheit für soziale Gerechtigkeit eingesetzt, was nicht zuletzt aus seinen persönlichen Erfahrungen mit Obdachlosigkeit resultiert. Seine Pläne umfassen notwendige Konzepte zu einer sozialgerechten Bodennutzung und den Ausbau der Kinderbetreuung sowie Schulen.
Martina Raschke, einst als Überraschungskandidatin für die Grünen ins Rennen gegangen, stellte ihre politische Ambition in den Hintergrund, um in Lübeck eine neue Laufbahn einzuschlagen. Sie kritisierte während ihrer Amtszeit die Klimaschutzmaßnahmen in Geretsried und plädierte für eine verstärkte Nutzung von Photovoltaik-Anlagen.
Der dritte im Bunde, Larry Terwey, brachte in seiner Zeit als FDP-Kandidat frischen Wind in die Diskussion um Geretsrieds Stadtpolitik. Er forderte unter anderem bessere Kindergartenplätze und eine offene Kommunikation bezüglich der Stadtentwicklung, kritisierte jedoch auch die isolierte Planung dieser Vorhaben. Terwey verfolgt die politische Lage in Geretsried weiterhin, hat jedoch keinen eindeutigen Favoriten unter den neuen Kandidaten.
Michael Müller und sein Wahlkampf
Michael Müller, der mit einem klaren Wahlkampfslogan „Müller macht’s“ in die nächste Runde geht, ist bekannt für seine umfängliche Stadtentwicklungspolitik, die er seit seinem Amtsantritt initiiert hat. Unter seiner Führung wurde der Karl-Lederer-Platz ausgebaut, und er plant die Weiterentwicklung der Egerlandstraße sowie die Umwandlung der Böhmwiese in einen kulturellen Anziehungspunkt. Müller hat bereits vor zwei Jahren mit Hausbesuchen in der Stadt gestartet und hat hierbei fast 5000 Bürger persönlich kontaktiert.
Doch nicht alles ist rosig: Parteifreunde haben angemerkt, dass Müller Schwierigkeiten hat, mit Kritik umzugehen, was ihm in seiner politischen Karriere immer wieder im Weg stehen könnte. In Krisensituationen nimmt er jedoch Rücksprache mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen wie Gerhard Meinl und dem verstorbenen Walter Büttner, um verschiedene Meinungen und Kompromisse zu finden.
Die Geretsrieder Bürger dürfen gespannt auf die Wahl am 8. März blicken. Wie wird sich die Stadt unter dem Druck der neuen Herausforderer entwickeln? Fest steht, die Wahl verspricht, spannend zu werden!