In einer brisanten Wendung könnte die Zukunft zahlreicher kleiner Regionalflughäfen in Deutschland auf der Kippe stehen. Wie ln-online berichtet, plant der Bund, die Flugsicherung an vielen dieser Airports nicht mehr zu finanzieren. Dies hat weitreichende Folgen, über 40 Flughäfen, darunter auch der Lübecker Flughafen, wären von dieser Streichung betroffen. Der Geschäftsführer des Lübecker Flughafens, Jürgen Friedel, warnt, dass ohne entsprechende Zuschüsse viele Flughäfen die Kosten alleine nicht stemmen könnten.

Insgesamt wird zum Jahresende die aktuelle Finanzierung auslaufen, was nicht nur die wirtschaftliche Lage dieser Regionalflughäfen, sondern auch die Infrastruktur sowie den Luftverkehrsmarkt erheblich beeinträchtigen könnte. Laut Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wirkt sich diese Entscheidung auf die Logistik und den Tourismus in der Region negativ aus.

Funktionen der Flugsicherung und ihre Bedeutung

Die Flugsicherung erfüllt zentrale Aufgaben im Luftverkehr, darunter die Flugverkehrskontrolle, die Koordination und Überwachung von Flugbewegungen sowie die Freigabe von Flugrouten. Diese wichtigen Funktionen sind nicht nur für den regulären Flugbetrieb notwendig, sondern auch für medizinische Transporte, die in Krisenzeiten oft entscheidend sind. Friedel betont deshalb die Bedeutung der Flughäfen als logistische Knotenpunkte und drängt auf eine dauerhafte Absicherung der Flugsicherungskosten. Dies unterstützt auch die Forderung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen.

Der Schleswig-holsteinische Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) geht noch weiter und hebt die Rolle regionaler Flughäfen für die Forschung, die Wirtschaft und die Sicherheitspolitik hervor. An großen deutschen Flughäfen tragen die Airlines die Flugsicherungskosten selbst, während dies bei den Regionalflughäfen eine andere Regelung erfordert. Dies könnte zur Belastungsprobe für den Flughafen Lübeck werden, speziell wenn man die Ansiedlung von Ryanair im Blick hat.

Aufruf zur Entlastung der Branche

In dieser kritischen Situation hat die Verkehrsministerkonferenz bereits klare Worte gefunden: Der Bund muss die Branche entlasten, Steuern und Gebühren reduzieren. Berichten zufolge hat der Bund jedoch für 2025 nur noch 50 Millionen Euro für die Flugsicherung vorgesehen, was nicht ausreichen dürfte, um die Forderungen und Bedürfnisse der regionalen Airports zu decken.

Mit einem möglichen Wegfall der Zuschüsse wird es für viele Flughäfen zu einer Herausforderung, sich im Markt zu behaupten. Harald Haase, Sprecher des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums, warnt eindringlich vor einer chronischen Unterfinanzierung, die nicht nur wirtschaftliche Folgewirkungen hätte, sondern auch die allgemeine Verfügbarkeit kritischer Infrastruktur in der Region gefährdet.

Zusammengefasst hats sich der Bund an dieser Stelle in eine kritische Lage manövriert: Der Ausblick für die kleineren Regionalflughäfen ist düster, sollte keine schnelle Lösung gefunden werden. Die kommenden Wochen und Monate sind dabei entscheidend für die Luftfahrtlandschaft in Deutschland und insbesondere für die Zukunft kleinerer Airports.