Am 9. Oktober 2025, früh um 6:30 Uhr, starteten 19 Schüler:innen aus den 9. Klassen des Katharineums in Lübeck zu einer besonderen Reise nach Chartres, Frankreich. Das Ziel, etwa 900 Kilometer von Lübeck entfernt, markiert die fortwährende Partnerschaft zwischen der Schule und der katholischen Privatschule Notre Dame in Chartres. Nach einer langen Fahrt von 13 Stunden wurden die Jugendlichen von ihren Gastfamilien herzlich empfangen. Diese Reise ist Teil des austauschprogramms, das nicht nur den akademischen, sondern auch den kulturellen Austausch fördert, und das Katharineum freut sich über die Möglichkeit, seinen Schülern solche Erfahrungen zu ermöglichen, wie katharineum.de berichtet.
Was macht das Schulsystem in Frankreich so einzigartig? Vor dem Hintergrund, dass die katholische Privatschule Notre Dame zum Teil auf dem hochgelobten Bildungserbe der Schule von Chartres aufbaut, lässt sich sagen, dass diese im Hochmittelalter ein bedeutendes Zentrum französischer Wissenschaft war. Gegründet im Jahr 1020 von Bischof Fulbert, war die Kathedraschule eine der herausragendsten Bildungseinrichtungen Europas und ging als Vorreiter in der intellektuellen Bewegung hervor. Hier legte man Wert auf die sieben freien Künste, besonderes Augenmerk galt dem Quadrivium und der Naturphilosophie. Bedeutende Persönlichkeiten wie Bernard von Chartres und John von Salisbury trugen zur Schaffung dieses Bildungserbes bei und prägten die scholastische Philosophie.
Ein Blick in den französischen Schulalltag
Doch wie erleben unsere Schüler:innen diesen berühmten Bildungshorizont vor Ort? Am Freitag nach ihrer Ankunft besuchten sie die Notre Dame-Schule in Chartres und lernten das französische Schulsystem live kennen. Hier mussten sie auf dem Schulhof auf eine Lehrkraft warten, die sie zum Klassenraum begleitete. Die Klassenräume glichen den deutschen und der Unterricht begann und endete mit einer melodischen Schulklingel. In den Pausen wurde die Stimmung dann mit Tanzeinlagen von Lehrern und Schülern aufgelockert – ein freitags stattfindendes Ritual, das die Schüler:innen sehr beeindruckte. Darüber hinaus hatten sie die Möglichkeit, das Mittagessen zu genießen, welches an die Essensgewohnheiten amerikanischer High-Schools erinnerte, wobei in Frankreich ein hoher Fleischkonsum an der Tagesordnung steht, so erfahren wir von katharineum.de.
Nach dem Schulbesuch stand ein Ausflug zur Cathédrale de Chartres auf dem Programm. Diese beeindruckende Kathedrale, die als Meisterwerk der gotischen Architektur gilt, bot den Schüler:innen die Gelegenheit, die farbenprächtigen Fenster und die reiche Geschichte des Bauwerks zu erkunden. Am Wochenende verbrachten die Jugendlichen Zeit mit ihren Gastfamilien, unternahmen Ausflüge nach Versailles und genossen Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen und die Licht- und Musikshow „le bleu de Chartres“.
Städtische Entdeckungen in Paris
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Montag, an dem die Gruppe nach Paris aufbrach. Nach einer aufregenden Stadtrundfahrt mit einem Amphibienbus, der sogar über die Seine fuhr, fanden sie sich zu einem Picknick mit Blick auf den Eiffelturm wieder. Der Besuch der berühmten Notre Dame machte den Tag perfekt. Für die Schüler:innen gab es eine besondere VR-Brillen-Führung, die die Geschichte der Kathedrale interaktiv erlebbar machte. Doch auch der echte Besuch der Notre Dame war Teil des Programms und hinterließ bleibende Eindrücke.
Nach all diesen Erlebnissen kehrten die Schüler:innen voller neuer Eindrücke und Erinnerungen zurück nach Deutschland. Diese Austauschreise zeigt eindrücklich, wie wertvoll internationale Begegnungen sind und was für ein gutes Händchen das Katharineum bei der Förderung interkultureller Verständigung hat.