In Lübeck steht eine spannende Veranstaltung bevor, die die Themen Männlichkeit und Mobilität in den Fokus rückt. Am Donnerstag, den 12. Februar 2026, um 19 Uhr, findet in der Stadtbibliothek Lübeck, im Scharbausaal, eine Lesung und ein Gespräch über den Einfluss patriarchaler Strukturen auf Mobilität und die Verkehrswende statt. Veranstaltet wird die Reihe vom Frauenbüro der Hansestadt Lübeck in Kooperation mit dem Lübecker Arbeitskreis „Männer für Jungs“. Boris von Heesen, ein renommierter Männerexperte und Wirtschaftswissenschaftler, wird den Abend mit seinen Erkenntnissen bereichern. Moderiert wird die Veranstaltung von Martin Kürle und Elke Sasse, die beide mit Gleichstellungsthemen vertraut sind. Interessierte können sich per E-Mail an frauenbuero@luebeck.de anmelden. Die Veranstaltung ist öffentlich, jedoch sind keine weiteren Details zur Teilnahme angegeben.
Das Thema, das Boris von Heesen präsentiert, geht auf die tief verwurzelten Geschlechterbilder ein, die nicht nur unser tägliches Leben, sondern auch die Verkehrspolitik prägen. Diese Thematik wird auch in seinem Buch „Mann am Steuer“ ausführlich behandelt, in dem er Klischees über Männer und Autofahren kritisch hinterfragt. Gesterkamp beschreibt in einem Interview, dass von Heesen aufzeigt, wie Männer oft glauben, bessere Autofahrer zu sein, was er durch Statistiken widerlegt. So verursachen Männer nicht nur die meisten Verkehrsunfälle, sondern sind auch verantwortlich für erhebliche Mehrkosten im Verkehrssystem.
Patriarchale Strukturen im Verkehr
In seinem Buch thematisiert von Heesen auch die Rolle von Männern in Führungspositionen, die das Automobil und seine Vorzüge fördern. Diese männerdominierte Kultur wird von Institutionen unterstützt und führt zu einer Verkehrspolitik, die häufig die Bedürfnisse von Frauen ignoriert. Statistiken belegen, dass Männer 78% der Geschwindigkeitsverstöße und 92% der Führerscheinentzüge verursachen. Zudem haben Männer einen Anteil von 70% an Unfällen mit schwerwiegenden Sachschäden und 78% der tödlichen Unfälle. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang häufig fällt, ist das „patriarchale Fahren“, welches rücksichtsloses Fahrverhalten beschreibt, das stark mit männlichen Rollenbildern verknüpft ist.
Die Mobilitätswende, so von Heesen, sollte als feministisch betrachtet werden. Dies bedeutet, dass Gerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Verkehrsteilnehmer angestrebt werden muss. Es zeigt sich, dass die Mobilität von Frauen oft andere Bedürfnisse hat, die in der bestehenden Verkehrsinfrastruktur vernachlässigt werden. Die Diskussion um gerechtere Mobilität wird auch bei der Veranstaltung BFM Impulse, die am 25. September 2025 stattfand, aufgegriffen. Hier wurden die Geschlechterbilder in der Mobilität und deren Einfluss auf die Verkehrspolitik eingehend untersucht. Ziel war es, eine nachhaltigere und gerechtere Verkehrspolitik zu entwickeln.
Einladung zur Diskussion
Die Veranstaltung am 12. Februar bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich mit diesen wichtigen Themen auseinanderzusetzen und von den Erfahrungen und Einsichten eines Experten zu lernen. Es ist ein Schritt in Richtung einer inklusiven Diskussion über Mobilität, die alle Geschlechter berücksichtigt. Die Herausforderungen, die patriarchale Strukturen mit sich bringen, sind nicht zu unterschätzen, und es bedarf einer gemeinsamen Anstrengung, um diese zu überwinden. Weitere Informationen und einen tieferen Einblick in die Thematik bieten auch die Artikel auf hl-live.de und gwi-boell.de.