Am 14. Februar 2026 wird in Nordfriesland eine spannende Filmvorführung im Rahmen des Antifa-Café stattfinden. Gezeigt wird ein Film, der sich mit der antifaschistischen Bewegung in Deutschland in den 90er- und 00er-Jahren beschäftigt. Die Veranstaltung beginnt um 17:30 Uhr, der Filmstart ist für 18:00 Uhr geplant. Dieser Film beleuchtet die Entstehung der Antifa-Bewegung, die als Reaktion auf rassistische Pogrome nach der Wiedervereinigung 1989 entstand. Produziert von leftvision unter der Regie von Marco Heinig und Steffen Maurer, zeigt der Film sowohl professionelle Arbeit der Antifa in verschiedenen Bereichen, wie militante Aktionen, Aufklärungskampagnen und investigative Recherchen, als auch Interviews mit fünf Aktivist*innen, die erstmals öffentlich über ihre Erlebnisse berichten.

Ein zentrales Anliegen des Films ist es, die Hintergründe und tiefere Schichten der Antifa-Bewegung aufzuzeigen und die heftigen Überreaktionen von Staat und Bürgertum zu thematisieren. Nach der Vorführung wird es eine Gesprächsrunde geben, die sich mit dem Thema Antifaschismus – früher und heute – beschäftigt. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website antifa-film.de.

Die Wurzeln der Antifa-Bewegung

Die Antifa-Bewegung hat ihre Wurzeln in den frühen 1970er Jahren, als der Kommunistische Bund (KB) in Norddeutschland ein Aktionskonzept entwickelte, das zur Bildung regionaler und lokaler Initiativen gegen Neonazi-Aufmärsche führte. Diese Initiativen waren offen für alle Antifaschisten und suchten keine Bündnisse mit anderen Organisationen. Die militanten Aktionsformen umfassten direkte Konfrontationen mit Neonazis und der Polizei, sowie die Sammlung und Veröffentlichung von Informationen über rechtsradikale Gruppen und deren Unterstützer. Die Antifa knüpfte an historische Versuche der Weimarer Republik an, eine „Arbeiterjugend von unten“ gegen die SA aufzubauen.

In den 1990er Jahren nahm die Zahl fremdenfeindlicher Straftaten nach der Wiedervereinigung zu, was zur Bildung neuer Antifagruppen führte. Ein markantes Ereignis war die Antifa-Demonstration gegen rassistische Angriffe in Hoyerswerda im Jahr 1991, an der 5000 Menschen teilnahmen. Diese Mobilisierungen führten zur Gründung der Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO) im Jahr 1992, die eine strukturierte Zusammenarbeit förderte. Die Antifa sieht sich auch heute noch als Teil eines breiten antifaschistischen Kampfes, der nicht nur gegen Neonazismus gerichtet ist, sondern auch gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus vorgeht.

Antifaschismus im öffentlichen Diskurs

Der Begriff „Antifa“ wird oft mit Gewalttaten oder Ausschreitungen von Linksextremisten in Verbindung gebracht. Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages stellte 2018 fest, dass es kein einheitliches Handeln oder Konzept des „Antifaschismus“ gibt. Für einige ist Antifaschismus ein demokratisches Prinzip, während andere ihn als einen linksextremistischen Kampfbegriff betrachten. Der heutige Antifa-Symbolik, die eine schwarze Fahne (Anarchismus) und eine rote Fahne (Sozialismus) umfasst, wird oft im gewaltorientierten Linksextremismus verwendet.

Obwohl die Antifa in der Öffentlichkeit oft kontrovers diskutiert wird, bleibt ihr Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus unverändert. Der Verfassungsschutz betrachtet autonome Antifagruppen als nicht homogen und differenziert ihre Aktionen, wobei mindestens 47 Gruppen als extremistisch eingestuft werden. Diese Spannungen und die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Antifaschismus sind auch Teil der Diskussionen, die nach der Filmvorführung im Antifa-Café aufkommen könnten.

Die Filmvorführung bietet somit nicht nur einen Rückblick auf die Geschichte der Antifa, sondern auch eine Gelegenheit, über die aktuellen Herausforderungen und den gesellschaftlichen Diskurs zu reflektieren. Seien Sie dabei und erleben Sie eine spannende Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema der deutschen Geschichte.