Gestern abend war der alte Kursaal in Westerland bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Band Selig ihr großes Tourfinale der 30-Jahre-Tour 2025 feierte. Über 450 Fans waren gekommen, um die ikonische Gruppe zu erleben. Die Stimmung war elektrisierend, und schon beim Betreten des Saals spürte man die Vorfreude der Anwesenden.

Jan Plewka und seine Bandpartner präsentierten sich entspannt und reflektiert – sowohl im Backstage-Interview als auch auf der Bühne. Dort lieferten sie eine leidenschaftliche Performance ab, die weit weg von einem routinierten Pflichtprogramm war. Mit einer abwechslungsreichen Setlist, die sowohl Klassiker der 90er als auch aktuelle Songs umfasste, zog die Band ihr Publikum in den Bann. In der Intimität des alten Kursaals fühlte sich jeder Fan direkt mit der Band verbunden, was den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machte.

Eine nostalgische Reise durch die Musikgeschichte

Der Tourabschluss in Westerland markierte den dritten Teil der gefeierten 30-Jahre-Selig-Tour, die ihren Anfang in Wacken genommen hatte. Die Auswahl dieser Route war kein Zufall, sondern ein cleverer Zug, um das Thema der Alliteration aufzugreifen. Fans konnten sich auf eine nostalgische Reise durch die Musikgeschichte der Band freuen, die durch alte Filme im Hintergrund begleitet wurde – falls es der alte Kursaal zuließ, was die Veranstaltung zusätzlich aufwertete.

Jan Plewka, der Frontmann von Selig, betonte in einem Interview, dass die Konzerte vor allem nostalgisch geprägt sind und es bei den Auftritten weniger darum geht, alles mit dem Handy festzuhalten. Stattdessen konzentrierten sich die Fans auf den Moment, was die gemeinsame Erfahrung noch intensiver machte.

Ein besonderes Verhältnis zu Sylt

Die Band spielte zwar noch nie auf Sylt, aber Plewka erinnerte sich an einen früheren Auftritt auf Amrum in einer Mehrzweckhalle. Ein besonderes Erlebnis war sein Auftritt beim Meerkabarett im Jahr 2015, wo er Rio-Reiser-Lieder sang. Nach dem Auftritt hatten sie Sylt erkundet und stellten fest, dass die Insel viel zu bieten hat – von der Natur bis zum besten Essen im Alten Gasthof. Plewka, der bereits als Kind mit seiner Tante und seinem Cousin auf Sylt war, bewahrte schöne Erinnerungen an die Musikmuschel in Westerland, die ihn damals besonders beeindruckte.

Die Wurzeln von Selig gehen bis ins Jahr 1993 zurück, als die Band in Hamburg gegründet wurde. Mit ihrem ersten Album, das 1994 erschien und mit der Single „Sie hat geschrien“ die Charts eroberte, legten sie den Grundstein für ihre Karriere. Nach einer vorübergehenden Auflösung Ende der 90er Jahre fand die Band im Jahr 2007 wieder zusammen und konnte seither zahlreiche Erfolge feiern.

Der gestrige Abend war nicht nur ein Abschluss für die aktuelle Tour, sondern auch ein starkes Zeichen für die Band und ihre treuen Fans, die sie auf diesem spannenden Weg begleitet haben. Es bleibt abzuwarten, welche musikalischen Abenteuer Selig als Nächstes auf Lager hat.sylt1.tv, shz.de, selig.org