Eutin steht vor großen Herausforderungen – und plant dennoch groß angelegte Investitionen. Die Stadt muss sich auf ein Haushaltsminus von rund 4,5 Millionen Euro für 2026 einstellen, gleichzeitig beläuft sich die aktuelle Verschuldung auf etwa 76 Millionen Euro. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken, hat die Stadtverwaltung ehrgeizige Projekte in Angriff genommen. So berichtete ln-online von geplanten Investitionen in Höhe von rund 58,6 Millionen Euro, die größtenteils durch Kredite finanziert werden sollen.

Ein ganz besonders großes Vorhaben ist die Eigenkapitalaufstockung der Stadtwerke, die mit einer Summe von 27 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Im Hinblick auf die kommunale Wärmeplanung und den Umstieg auf regenerative Energien stehen insgesamt rund 337 Millionen Euro bis 2040 auf dem Plan. Ein Großteil dieser Mittel könnte durch Bundesförderungen fließen.

Neubau der Feuerwehr und neue Projekte

Eine der auffälligsten Maßnahmen ist der Neubau des Feuerwehrhauses am Meinsdorfer Weg. Für dieses Projekt sind 13,3 Millionen Euro bereitgestellt, bei einem Gesamtvolumen von 21,5 Millionen Euro. Geplant ist die Fertigstellung bis Ende 2026. Zudem dürfen sich Bürger:innen auf neue Einsatzfahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr freuen, die mit 866.000 Euro einen weiteren Posten im Haushalt einnehmen.

Eutin plant bis 2028, mehr als 108 Millionen Euro in Projekte zu investieren, was die SHZ ebenfalls vermeldete. Dazu gehören auch eine Erweiterung eines interkommunalen Gewerbegebiets um 20 Hektar für 7,5 Millionen Euro und die Sanierung der Sportanlage Waldeck mit 4,75 Millionen Euro. Auch kleinere Projekte wie der Straßenbau in der Johann-Specht-Straße und der Bau einer öffentlichen WC-Anlage am Jungfernstieg stehen auf der Agenda.

Finanzielle Herausforderungen nicht zu ignorieren

Die finanzielle Lage ist jedoch angespannt. Höhepunkte der Ausgaben sind unter anderem Personalkosten für 2026, die mit 12,25 Millionen Euro veranschlagt sind, wobei fast 450.000 Euro Einsparungen angestrebt werden. Zudem wird die Kreisumlage für 2026 etwa 8,76 Millionen Euro betragen – das entspricht rund 13,75 Prozent der Aufwendungen des Ergebnishaushalts.

Die Ursachen für die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten sind vielfältig: Rückgänge bei Erträgen und Schlüsselzuweisungen sowie die steigenden Aufwendungen, insbesondere im Bereich der Kindertagesstätten, belasten den Haushalt. Bürgermeister zeigen sich jedoch optimistisch. Es wird gehofft, dass das Land bei der Genehmigung der Haushalte insbesondere aufgrund der anstehenden Klimaziele andere Maßstäbe anlegen könnte.

Abschließend bleibt zu sagen, dass die Projekte Eutin sicherlich voranbringen werden, auch wenn der Weg dorthin nicht ohne Herausforderungen ist. Die Stadt bleibt also am Puls der Zeit und hat ein gutes Händchen bei der Sanierung und Neugestaltung ihrer Infrastruktur – trotz der Dramatik der finanziellen Situation.