In der charmanten Gemeinde Malente, gelegen im malerischen Ostholstein, zeichnen sich derzeit große Veränderungen ab. Die Stadt hat mit Herausforderungen wie Leerstand und Überalterung zu kämpfen. Historisch gesehen war Malente einst ein beliebter Kurort für die High Society, besonders während der Kaiserzeit. Viele gesundheitsbewusste Besucher ließen sich von Professor Rudolf von Renvers überzeugen, der Malente als erstklassigen Kurort empfahl, was letztendlich zur Gründung einer „physikalisch-diätetischen Heilanstalt“ führte.
Die Region erlebte mit der Ankunft des direkten D-Zugs aus Berlin im Jahr 1902 einen Boom, der 1925 mit der Verleihung des Titels „Kurort“ seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Kureinrichtungen umfunktioniert, doch mit dem anschließenden Wirtschaftswunder blühte der Kurbetrieb erneut auf. Malente erhielt schließlich den Status eines „Kneippheilbads“, der den Bau eines eindrucksvollen Kurparks erforderte, der Ende der 1950er-Jahre, entworfen von Landschaftsarchitekt Karl Plomin, eingeweiht wurde.
Aktuelle Entwicklungen in Malente
Trotz dieser glorreichen Vergangenheit hat die Gemeinde mit einem gewachsenen Leerstand und dem Verlust von Kureinrichtungen zu kämpfen. So ist das einst prestigeträchtige Hotel Intermar, eröffnet 1974, heute insolvent und vernachlässigt. Die einstige Bahnhofstraße und das Intermar Hotel erscheinen heutzutage wie Geisterorte, die kaum noch an die glorreiche Zeit erinnern. Diese Rückgänge sind auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen, unter anderem auf die Bonner Gesundheitsreform, die Genehmigungen für Kuren reduzierte und die Attraktivität von Mecklenburg-Vorpommern für Urlauber steigerte.
Doch es gibt Hoffnung für Malente: Der Architekt Hadi Teherani plant mit „The Spiral Lake Side Resort“ ein neues, visionäres Hotelprojekt. Dieses Leuchtturmvorhaben zielt darauf ab, den Binnenlandtourismus in der Holsteinischen Schweiz zu fördern. Geplant sind ein moderner Spa- und Wellnessbereich, der zu den größten in Schleswig-Holstein gehören soll, sowie erstklassige gastronomische Angebote am Wasser. Das gut 140.000 m² große Grundstück soll zudem großzügige Park- und Uferanlagen bieten, die zahlreiche Freizeitmöglichkeiten beinhalten.
Zukunftsausblick und Herausforderungen
Das ergibt eine beeindruckende Bruttogeschossfläche von 36.000 m², die Platz für 220 Hotelzimmer und Ferienwohnungen schafft. Im Sommer 2023 wurde der Bebauungsplan durch einen einstimmigen Beschluss des Planungsausschusses der Gemeinde Malente auf den Weg gebracht. Die Fertigstellung des Bebauungsplans wird für das Frühjahr 2026 erwartet, der Baubeginn ist für 2026 angesetzt, mit einer geplanten Eröffnung im Jahr 2028.
Bürgermeister Heiko Godow sieht in diesem Projekt eine wesentliche Chance für Malente und die gesamte Region Schleswig-Holstein. Auch die Bewertungen von Archivar Harald Düsterhoff, der das Konzept als architektonisch beeindruckend, jedoch potenziell überdimensioniert einschätzt, zeigen die gemischten Gefühle in der Bevölkerung. So bleibt abzuwarten, ob die Gemeinde die Wende schafft und sich als aufstrebender Wellnessort erneut etablieren kann.
Mit derzeit mehr als 190 staatlich anerkannten Kurorten in Schleswig-Holstein, die unterschiedlichste Gesundheitsangebote und Infrastruktur bereitstellen, bleibt Malente auf einer Liste von Städten, die sich beweisen müssen. Ein angemessenes Anerkennungsverfahren, das die Qualität im Gesundheitstourismus sichert, könnte Malente eine neue Perspektive geben, zusammen mit der frischen Brise, die „The Spiral Lake Side Resort“ ins Boot bringt.