Die Plöner Motorschifffahrt, bekannt für die Große Plöner Seerundfahrt und die Bosaufahrt, hat den Betrieb eingestellt. Damit geht eine jahrelange Tradition zu Ende. Geschäftsführer Elke Glau-Koll erklärt, dass diese Entscheidung das Resultat eines langen Abwägungsprozesses war. Die Schifffahrt auf dem Großen Plöner See besteht seit 1867 und war fast 70 Jahre im Familienbesitz. Doch nun ist die Zeit gekommen, Abschied von einer der bekanntesten Attraktionen der Region zu nehmen.
Ein Rückblick zeigt: Seit über einem Jahrzehnt wird vergeblich nach einem Nachfolger für das Traditionsunternehmen gesucht. Die wirtschaftliche Situation hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert – nicht zuletzt durch die Corona-Krise. Änderungen im Fahrplan und der Verlust gastronomischer Betriebe in der Umgebung haben die Attraktivität von Fahrten stark verringert.
Herausforderungen für die Plöner Motorschifffahrt
Die Geschäftsführerin, die zusammen mit ihrem Ehemann Olaf Koll (67) das Unternehmen seit 2002 leitet, nennt zudem gesundheitliche Gründe für die Betriebsaufgabe. Beide befinden sich im Rentenalter und sehen sich nicht in der Lage, den Betrieb weiterzuführen. Viele technische, handwerkliche und kaufmännische Fähigkeiten sind notwendig, um ein solches Unternehmen zu betreiben, und ohne die Unterstützung saisonaler Mitarbeiter hat sich die Situation weiter verschärft.
Die Schließung wird als herber Verlust für den Tourismus in der Region Plön und Bosau betrachtet. Die Stadt Plön und die Gemeinde Bosau sind daher aktiv auf der Suche nach Lösungen, um das touristische Angebot in der Region zu bewahren. Ein Übernahmeangebot von Hinnerk Frahm, Betreiber der 5-Seen-Fahrt, ist nicht möglich, da er bereits vollkommen ausgelastet ist.
Rolle des Tourismus in der Region
Tourismus spielt eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft vieler Länder und Regionen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hebt hervor, dass nachhaltiger Tourismus nicht nur Einkommen generiert, sondern auch Arbeitsplätze sichert und zur sozialen Gerechtigkeit beiträgt. Darüber hinaus wurde die EU-Tourismuspolitik so gestaltet, dass sie Mitgliedstaaten in ihren Bemühungen unterstützt. Der Transition Pathway für das Tourismus-Ökosystem ist ein aktiver Ansatz zur Förderung nachhaltiger Entwicklungen.
Umso wichtiger ist es, dass die Region Plön Strategien entwickelt, um diese Herausforderungen zu meistern und die Attraktivität des Tourismus zu steigern. Maßnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit sind essenziell, um Besucher in diese malerische Gegend zu ziehen. Reisende durch die herrliche Landschaft des Großen Plöner Sees zu begrüßen, war für viele Jahre eine Selbstverständlichkeit. Künftig muss jedoch überlegt werden, wie sich solche touristischen Angebote in einer sich verändernden Welt neu erfinden lassen.
Auf die Frage, was die Zukunft für die Stadt und Region bereithält, bleibt man optimistisch. Denn trotz aller Herausforderungen gibt es noch Hoffnung, einen Weg zu finden, um das touristische Erlebnis in Plön und Bosau aufrecht zu erhalten. Wie die Entwicklungen weitergehen, bleibt spannend, und die lokale Bevölkerung ist aufgerufen, Ideen und Vorschläge einzubringen. Die Unterstützung durch Freunde, Geschäftspartner und Fahrgäste soll dabei nicht vergessen werden, denn jedes schönere Erlebnis zählt!
Der Abschied von der Plöner Motorschifffahrt ist nicht nur ein endgültiger Schritt für die Betreiber, sondern auch ein Aufruf an alle Akteure in der Region, gemeinsam die Weichen für eine positive Weiterentwicklung des Tourismus zu stellen.
Für weitere Informationen zur Großen Plöner Seerundfahrt können Interessierte einen Blick auf die offizielle Webseite werfen: Grosse Plöner See Rundfahrt oder die umfassenden Details zur Tourismuspolitik auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums nachlesen.