In der kleinen, aber lebendigen Gemeinde Süsel nahmen heute über 350 Menschen Abschied von Matthias Isecke-Vogelsang, besser bekannt als der „Punk-Pauker“. Der 73-Jährige verstarb nach einer langen Krankheit, was die Bildungsgemeinschaft von Schleswig-Holstein in Trauer versetzte. Der farbenfrohe Trauergottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche wurde von Pastor Matthias Hieber und Bischöfin Kirsten Fehrs geleitet. Bunt geschmückt und mit vielen Gästen, die farbenfrohe Schals und Kopfbedeckungen trugen, spiegelte die Versammlung die Vielfalt wider, für die Isecke-Vogelsang zeitlebens stand. Diese Feierlichkeit war nicht nur ein persönlicher Abschied, sondern auch ein Zeichen seines Engagements für Toleranz und Respekt.
Matthias Isecke-Vogelsang war als Schulleiter in Süsel und Lübeck bekannt geworden. Überregionale Aufmerksamkeit erhielt er besonders durch seine Leitung der Gotthard-Kühl-Schule in Lübeck im Jahr 2010, wo er sich für Vielfalt und Chancengerechtigkeit einsetzte. Als Teil der ersten Generation deutscher Punks in den 1970er Jahren war sein Stil mit Irokesenhaarschnitt und Nietenarmbändern unübersehbar. Er engagierte sich nicht nur in der Bildung, sondern war auch aktiver Christ und Ehrenamtler, der Projekte in der Gemeinde initiierte und regelmäßig Strandgottesdienste und Motorradsegen durchführte. In seinen letzten Lebensjahren war er ein vertrauter Name in der Bildungslandschaft und hinterlässt eine große Lücke.
Trauerritual und Erbe
Am 3. Dezember wurde die Trauerfeier abgehalten, im Rahmen derer die Familie um Spenden für die Laurentius-Kirche und das Haus Münzviertel der Diakonie Hamburg bat. Isecke-Vogelsang hinterlässt nicht nur seine Frau, sondern auch drei Kinder und Enkelkinder, die ihm stets sehr nahestanden. Dr. Peter Wendt, Präses der Kirchenkreissynode, drückte seine Betroffenheit aus, und auch die Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt würdigte seine bemerkenswerte Rolle im kirchlichen Leben. Seine Beisetzung fand im kleinen Familienkreis in Düsseldorf statt und rundete eine Lebensgeschichte voller Hingabe und Leidenschaft ab.
Parallel zum Abschied von Isecke-Vogelsang lief vor dem Lübecker Landgericht ein anderer, tragischer Fall. Ein Fehmaraner, der wegen Totschlags angeklagt ist, schilderte den Tod seiner Frau als „Unfall“. Der Angeklagte beschreibt ein Gerangel um ein Messer, das zu einem Sturz führte. Der Verteidiger brachte vor, dass der Angeklagte möglicherweise im Affekt gehandelt haben könnte. Diese dramatischen und komplexen Umstände werfen ein grelles Licht auf die menschliche Natur und wie schnell sich das Leben in die gegensätzlichsten Richtungen entwickeln kann. Das Gericht wird am 10. Dezember entscheiden, ob ein psychoanalytisches Gutachten herangezogen werden muss, um die Umstände der Tat besser zu erfassen.
Hemmelsdorf und lokale Entwicklungen
In einem anderen Teil der Region steht in Hemmelsdorf die Sanierung eines 230 Meter langen Eichenholz-Stegs auf der Agenda. Experten sollen die verrotteten Holzwege prüfen, wofür im Wirtschaftsplan des Timmendorfer Kurbetriebes 200.000 Euro veranschlagt wurden. Dieser Steg wurde rund zehn Jahre nach der Eröffnung des Fischereihofes notwendig, um die Sicherheit und die Nutzung der Wanderwege weiterhin zu gewährleisten. Solche Investitionen sind wichtig, um die touristische Attraktivität der Region zu sichern.
Zusätzlich sorgt die LTO Ostseespitze mit der Aktion „Heimatnächte“ für Aufsehen, welche sich speziell an Einheimische richtet. Sechs Hotels öffnen ihre Türen für lokale Gäste, um die Region zu fördern und neuen Schwung in die Tourismusbranche zu bringen. Diese Initiative, inspiriert durch ähnliche Projekte des Lübeck und Travemünde Marketings, zeigt die Kreativität der Betreiber und das Bestreben, die Schönheit der Region auch den Einheimischen näherzubringen.
Abschließend zeigt der Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Region von Süsel über Lübeck bis hin zu Hemmelsdorf die Vielfalt der Themen, die die Menschen hier bewegen. Sowohl der Verlust eines charismatischen Lehrers als auch die laufenden Projekte zeigen, wie eng das Leben in diesen Gemeinden verknüpft ist.