Am 9. Februar 2026 hat die Deutsche Bahn mit dem Austausch des einzigen Aufzugs am Bahnhof Elmshorn begonnen. Diese Maßnahme wird für mobilitätseingeschränkte Personen erhebliche Auswirkungen haben, da sie künftig längere Reisezeiten in Kauf nehmen müssen. Reisende sind gezwungen, nach Tornesch zu fahren und dort in eine Regionalbahn umzusteigen, um an Gleis 1 in Elmshorn zu gelangen, wo ein ebenerdiger Zugang besteht. Laut NDR beläuft sich die voraussichtliche Verlängerung der Fahrzeiten auf bis zu 55 Minuten.

CDU-Politiker Daniel Kölbl und Birte Glißmann haben sich in einem offenen Brief an die Deutsche Bahn gewandt, um die „erhebliche, teils unzumutbare Belastung“ der Reisenden zu thematisieren. Sie fordern eine Überprüfung, ob die Bauzeit verkürzt werden kann und schlagen eine barrierefreie Übergangslösung, wie einen Treppenlift, vor. Der Aufzug wird voraussichtlich bis September 2026 nicht nutzbar sein. Dies wird von der Behindertenbeauftragten der Stadt Elmshorn, Kathrin Iwersen, als kritisch angesehen. Sie kritisierte, dass ihre Abteilung nicht in die Planungen einbezogen wurde.

Ein langfristiges Problem

Die Stadtverwaltung von Elmshorn hat das Ersatzkonzept der Bahn ebenfalls scharf kritisiert. Es handelt sich dabei um ein Projekt der Bahn, auf das die Stadt keinen Einfluss hat. Der Fahrgastverband Pro Bahn beschreibt die gegenwärtige Situation als ein Dauerproblem und bemängelt die Konzeptlosigkeit der Deutschen Bahn im Umgang mit den Bedürfnissen der Fahrgäste.

Elmshorn, als drittgrößter Bahnknoten in Schleswig-Holstein mit täglich 18.000 bis 20.000 Fahrgästen, steht somit vor einer großen Herausforderung. Die Bauarbeiten und der damit verbundene Austausch des Aufzugs werden nicht nur mobilitätseingeschränkten Menschen, sondern allen Reisenden zugemutet. Die Wartezeiten und Umsteigeprozeduren stehen im klaren Widerspruch zu den Bemühungen um Barrierefreiheit, die durch die Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) unterstützt werden sollen. Ziel ist es, bis zum 1. Januar 2022 vollständige Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr zu erreichen. Leider wird in diesem konkreten Fall deutlich, dass noch ein langer Weg vor uns liegt.

Auf die Bedürfnisse achten

Die Belange von mobilitäts- oder sensorisch eingeschränkten Menschen müssen im Nahverkehrsplan stärker berücksichtigt werden. Der Gesetzgeber sieht vor, dass bei Neubauten, Renovierungen oder bestehenden Einrichtungen die Barrierefreiheit Berücksichtigung finden muss. Doch in Elmshorn bleibt der Aufzug, der für viele unerlässlich ist, vorerst geschlossen. Alternative Lösungen, wie ein provisorischer Ersatzaufzug, wurden von einer Bahnsprecherin als technisch nicht umsetzbar eingestuft.

Der Stadt Elmshorn und den betroffenen Reisen bleibt nun zu hoffen, dass sich an der angespannten Lage etwas ändert und die Deutsche Bahn ihre Maßnahmen überdenkt. In der Stadt bleibt die Aufregung über die fehlende Barrierefreiheit und die lange Bauzeit spürbar, auch wenn viele der Verantwortlichen sich für Verbesserungen einsetzen.