Inmitten des pulsierenden Lebens in Pinneberg führt Rolf Krohn das Fotogeschäft an der Dingstätte 16a. Hier, wo Erinnerungen festgehalten und Geschichten erzählt werden, hat sich Krohn nach der Insolvenz von Photo Porst im Jahr 2002 neu orientiert. Sein Gespür für Wandel und Innovation hat ihn dazu gebracht, nicht nur Fotos zu entwickeln, sondern auch Handys zu verkaufen und als Fotograf für Hochzeiten sowie Webseiten tätig zu sein.

Die 90er-Jahre waren für Krohn eine aufregende Zeit, als er das erste Express-Labor in Pinneberg eröffnete. Doch die Herausforderungen des Einzelhandels sind mit dem Aufkommen des Online-Handels, Parkplatzmangel und Mietsteigerungen gewachsen. Photo Porst, einst ein Branchenriese mit über 100 Filialen in Deutschland, hat seine Spuren hinterlassen, doch der Verkauf von Kameras ist stark zurückgegangen, da Smartphones mittlerweile die Hauptkamera darstellen. Dennoch ist das Entwickeln von Fotos nach wie vor ein großer Umsatzbringer für Krohn.

Ein Blick in die Geschichte von Photo Porst

Die Geschichte von Photo Porst ist geprägt von Höhen und Tiefen. Gegründet am 1. Juli 1919 von Hanns Porst in Nürnberg, entwickelte sich das Unternehmen schnell zu einem wichtigen Akteur in der Fotowirtschaft. Die unkonventionelle Marketingstrategie und der Einstieg in den Versandhandel trugen maßgeblich zum Wachstum des Unternehmens bei. In den 1930er Jahren beschäftigte Photo Porst bereits fast 500 Mitarbeiter und erlebte mit einem Umsatz von über 40 Millionen D-Mark im Jahr 1954 eine Blütezeit.

Doch die 1960er Jahre brachten Herausforderungen mit sich. Die Umsätze brachen ein, neue Wettbewerber und anonyme Teilzahlungsangebote anderer Anbieter sorgten für Druck. Trotz dieser Rückschläge etablierte Photo Porst eine Kette von Ladengeschäften und Franchise-Partnern. Die Einführung der „totalen Mitbestimmung“ in den 1970er Jahren war ein weiterer Schritt in eine neue Ära, doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten letztlich zur Insolvenz im Jahr 2002. Die Markenrechte gingen an die RINGFOTO-Gruppe, während Kodak die Rechte für das Bildgeschäft übernahm.

Wandel im Einzelhandel und die Zukunft von Krohns Geschäft

Rolf Krohn bleibt trotz der Herausforderungen optimistisch für die Zukunft seines Geschäfts. In seiner Filiale gibt es auch eine Lotto-Annahmestelle, die zur Existenzsicherung beiträgt. Sein gutes Verhältnis zu seinem Vermieter, der Familie Orth, ist ein weiterer Lichtblick in schwierigen Zeiten. Doch Krohn sehnt sich nach mehr Kundenfrequenz in der Stadt und hat bereits mehrfach die Stadtverwaltung kontaktiert, um Verbesserungen anzuregen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Der Einzelhandel insgesamt steht vor großen Herausforderungen. Die Branche ist von einem strukturellen Konsolidierungsprozess geprägt, in dem kleinere Firmen zunehmend unter Druck geraten. Im Jahr 2024 wird der Marktanteil des Online-Handels im Einzelhandel vermutlich über 7 Prozent betragen, was die Konkurrenz für stationäre Anbieter weiter verschärft. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass lokale Geschäfte wie das von Krohn ihren Platz in der Gemeinschaft finden und auch in Zukunft weiterhin florieren können.