Heute ist der 1.03.2026 und wir blicken auf eine spannende Übung des Technischen Hilfswerks (THW) am Schöpfwerk Raa-Besenbek im Kreis Pinneberg zurück. Rund 200 Einsatzkräfte haben hier den Ausfall der Pumpen simuliert, um aus den Erfahrungen eines echten Einsatzes im Dezember 2023 zu lernen. Damals fiel die Pumpe im Schöpfwerk aus, was zu einer drohenden Gefahr eines Binnenhochwassers führte. Das THW war eine Woche lang rund um die Uhr im Einsatz, um das Hochwasser in der Elbmarsch abzuwenden. Eine Ersatzpumpe wurde aus den Niederlanden beschafft, und letztendlich konnte die Gefahr erfolgreich neutralisiert werden. Quelle.

Die heutige Übung, die von Claus Böttcher geleitet wird, ist Teil eines neuen Einsatzkonzepts, das in Zusammenarbeit mit dem THW Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und dem Bevölkerungsschutz des Kreises Pinneberg entwickelt wurde. Ein zentrales Element dabei ist das „Notschöpf-System“, das helfen soll, aus der kritischen Situation von 2023 zu lernen. Die Übung hat bereits mit der Befestigung des Bodens beim Schöpfwerk begonnen; es wurden Kunststoffplatten verwendet, um eine befahrbare Fläche für die Einsatzfahrzeuge zu schaffen. Im Dezember 2023 war der Boden aufgrund von Regen zu matschig gewesen, was die Einsatzkräfte stark eingeschränkt hatte.

Effizienzsteigerung durch neue Technologien

Ein bedeutender Aspekt der Übung ist die Steigerung der Pumpenleistung. Bei der simulierten Übung können zwischen 1,5 und 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgepumpt werden, während die Pumpen im Einsatz 2023 nur eine Förderleistung von einem Kubikmeter pro Sekunde hatten. Zudem wird der Wirkungsgrad der Pumpen auf über 50 bis 70 Prozent erhöht, im Vergleich zu nur 35 Prozent im vergangenen Jahr. Dies ist besonders wichtig, da es in Schleswig-Holstein rund 350 Schöpfwerke gibt, viele davon etwa 50 Jahre alt, und der Klimawandel neue Herausforderungen mit sich bringt.

Die Übung hat auch einen hohen symbolischen Wert, denn sie zeigt, wie sich das THW kontinuierlich an die neuen klimatischen Gegebenheiten anpasst. Präsidentin Sabine Lackner berichtete kürzlich von einer klaren Zunahme der Einsatzintensität des THW, sowohl quantitativ als auch qualitativ, und erwartet, dass die Einsatzzahlen aufgrund von extremen Wetterereignissen wie Starkregen weiter steigen werden. Das THW, das 1950 gegründet wurde und in diesem Monat sein 75-jähriges Bestehen feiert, hat rund 88.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in 669 Ortsverbänden in Deutschland, die bereit sind, in Krisensituationen zu helfen Quelle.

Ausblick und Bedeutung für die Zukunft

Die Übung endet mit der Inbetriebnahme des Ersatzpumpensystems, dessen Abbau am Sonntag nach der Übung abgeschlossen sein soll. Die Koordination von Hochwassereinsätzen wird seit der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 intensiv diskutiert, und das neue Konzept wurde über zwei Jahre ausgearbeitet. Der Austausch mit Innen- und Umweltministerium hat dabei eine zentrale Rolle gespielt.

Insgesamt zeigt die heutige Übung, wie wichtig es ist, sich auf zukünftige Herausforderungen im Katastrophenschutz vorzubereiten. Der Klimawandel fordert von den Einsatzkräften ein hohes Maß an Flexibilität und Innovationsbereitschaft, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Das THW wird weiterhin eine entscheidende Rolle in der Katastrophenhilfe spielen, und die Fortschritte, die heute erzielt wurden, sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.