AMAZON Sidebar
AMAZON Sidebar

Der Prozess gegen einen 60-jährigen Tierarzt aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat kürzlich für Aufsehen gesorgt. Am Freitag, den 27. Februar 2026, wurde er am Amtsgericht Neumünster freigesprochen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, seiner Lebensgefährtin heimlich das Pferdebetäubungsmittel Xylazin verabreicht zu haben. Die Vorwürfe stützten sich hauptsächlich auf die Aussagen der Frau, die nach dem Trinken eines Ouzos am 14. August 2024 von Schwindel und anderen Symptomen berichtete.

Der Richter stellte klar, dass die vorliegenden Beweise nicht ausreichten, um eine Verurteilung zu rechtfertigen. Die Symptome der Frau könnten zwar mit einer Xylazin-Vergiftung in Einklang stehen, jedoch war dies nicht hinreichend sicher. Am folgenden Tag beschränkte sich die Berichterstattung der Frau im Krankenhaus und in Sprachnachrichten nur auf starke Rückenschmerzen. Diese Umstände führten dazu, dass die Wirkung von Xylazin, die bei Menschen etwa acht Stunden anhält, in Frage gestellt wurde. Die Verteidigung argumentierte, dass die Symptome der Frau nur 20 Minuten andauerten.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Beweislage und die Haarproben

Ein zentraler Bestandteil des Verfahrens waren Haarproben, die Xylazin nachwiesen. Während eine erste Probe, die von der Frau selbst entnommen wurde, positiv auf Xylazin getestet wurde, ergab eine zweite Probe, die unter notarieller Aufsicht entnommen wurde, keine Spuren des Medikaments. Diese Diskrepanz stellte die Beweiskraft der Ergebnisse in Frage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte, da die Symptome nicht eindeutig auf eine Vergiftung hindeuteten. Ein weiterer Faktor in diesem Fall ist, dass die Nebenklägerin erst durch die Verurteilung des Tierarztes wegen einer ähnlichen Tat auf die Möglichkeit einer Vergiftung aufmerksam wurde.

In-article Werbung
In-article Werbung

Besonders brisant ist, dass der Tierarzt bereits 2021 in einem ähnlichen Fall verurteilt wurde und eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung erhielt. Auch die Nebenklägerin ließ Haarproben auf Xylazin untersuchen, die im Labor der Sporthochschule Köln analysiert wurden. Eine Toxikologin der Universität Kiel bestätigte ebenfalls den Nachweis des Medikaments in den Haarproben. Xylazin wird als Beruhigungs- und Schmerzmittel bei Tieren eingesetzt, kann aber auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Herzverlangsamung und Atemstillstand führen.

Rechtliche Folgen und weitere Entwicklungen

Der Tierarzt hatte in einem früheren Verfahren gestanden, bestreitet jedoch nun die Tat und behauptet, aus taktischen Gründen gestanden zu haben. Das Gericht folgte der Argumentation der Verteidigung und hob den Haftbefehl gegen den Angeklagten auf, da kein dringender Tatverdacht mehr bestand. Diese Entscheidung wurde von der Staatsanwaltschaft umgehend angefochten. Die aktuelle Rechtslage bleibt somit angespannt, und das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Weitere Verhandlungstermine sind für den 19. und 27. Februar 2025 angesetzt, an denen ein endgültiges Urteil fallen könnte.

Dieser Fall wirft viele Fragen hinsichtlich der Beweiskraft und der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen auf. Während die Staatsanwaltschaft die Symptome der Nebenklägerin als belastend für die Verteidigung ansieht, bleibt die Verteidigung skeptisch und stellt die Glaubwürdigkeit der Gutachten in Frage. Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Folgen für die rechtliche Behandlung von ähnlichen Fällen haben.

Für weitere Details zu diesem Fall und den rechtlichen Hintergründen, werfen Sie einen Blick auf die Originalartikel von kn-online, welt.de und n-tv.de.