In der Region Rendsburg-Eckernförde steht das Projekt „Wohnwerk“ auf der Kippe. Der Sozialausschuss des Kreises wird am Donnerstag über eine wichtige Entscheidung von 204.400 Euro abstimmen, die bereits im Haushalt des Kreises eingeplant ist. Politische Vorbehalte könnten jedoch die Zukunft des Projekts gefährden. „Wohnwerk“ wurde 2023 auf Initiative der Kreispolitik ins Leben gerufen und hat das Ziel, Menschen mit Vermittlungshindernissen – wie etwa Überschuldung, Obdachlosigkeit oder psychischen Erkrankungen – in Wohnungen und Arbeit zu bringen. Das Projekt agiert als Träger, um mit privaten Vermietern direkte Mietverhältnisse oder Untermietverhältnisse zu vereinbaren.
Ursprünglich war „Wohnwerk“ bis Ende 2023 gefördert, doch eine Verlängerung steht an. Die Brücke Rendsburg-Eckernförde hat bereits einen Antrag auf weitere Förderung eingereicht. Seit Sommer 2022 gibt es jedoch Bedenken im Sozial- und Hauptausschuss hinsichtlich zusätzlicher Gesellschafter aus dem Sozialbereich. Die Brücke hat Kontakt zu 39 potenziellen Gesellschaftern aufgenommen, darunter soziale Organisationen, Wohnungsverbände und öffentliche Institutionen. Sechs neue Gesellschafter haben bereits zugesagt, während fünf weitere Interesse bekundet haben. Der neue Geschäftsführer der Brücke, Stephan Ott, gibt jedoch zu, dass das Ziel, fünf Gesellschafter aus dem sozialen Sektor zu finden, bislang nicht erreicht wurde.
Hoher Bedarf an Wohnraum
Der Bedarf an Wohnraum in der Region ist hoch, und aktuell betreut „Wohnwerk“ etwa 100 Wohnungen. Eine Nichtverlängerung der Projektförderung könnte katastrophale Folgen haben: Schätzungen zufolge wären etwa 200 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Betroffene Erwachsene müssten in Notunterkünfte aufgenommen werden, während Familien von Gemeinden oder dem Jugendamt betreut würden. Christine von Milczewski, die Vorsitzende des Sozialausschusses, hebt die Verantwortung des Projektträgers für die Nachbetreuung hervor, falls keine Stimmen für die Fortsetzung des Projekts zusammenkommen.
Die Situation der Wohnungslosen in Deutschland
Um die Dringlichkeit und die Herausforderungen, mit denen Projekte wie „Wohnwerk“ konfrontiert sind, besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den Wohnungslosenbericht 2024. Dieser bietet einen gesamtdeutschen Überblick über die Situation wohnungsloser Menschen in Deutschland. Laut dem Bericht waren Ende Januar/Anfang Februar 2024 rund 439.500 Personen im System der Wohnungsnotfallhilfe untergebracht. Darüber hinaus lebten rund 60.400 Personen verdeckt bei Angehörigen, Freunden oder Bekannten, während etwa 47.300 Personen auf der Straße oder in Behelfsunterkünften lebten. Insgesamt sind es rund 531.600 wohnungslose Menschen in Deutschland, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind.
Die Herausforderung, geeigneten Wohnraum zu finden und Menschen in Notlagen zu helfen, ist also größer denn je. Projekte wie „Wohnwerk“ sind essenziell, um diesen Bedarf zu decken und eine nachhaltige Lösung zu finden. Weitere Informationen über das Projekt und die Möglichkeiten zur Unterstützung sind auf der Webseite der Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde zu finden, auch wenn die gewünschte Seite derzeit nicht aufrufbar ist.
Die kommenden Entscheidungen des Sozialausschusses könnten also weitreichende Folgen für die betroffenen Menschen in unserer Region haben. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Bedeutung des Projekts erkennen und die nötigen Schritte einleiten, um den Menschen in Not zu helfen.
Für weiterführende Informationen zu der Thematik und den Entwicklungen in der Wohnraumvermittlung ist es empfehlenswert, auch den Wohnungslosenbericht 2024 zu konsultieren, der detaillierte Analysen und Zahlen zur Wohnungslosigkeit in Deutschland bereitstellt.




