Am 25. November 2025 wird weltweit der „Roses Revolution Day“ begangen, anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Diese bedeutende Aktion hat sich zum Ziel gesetzt, auf die Missstände und die Gewalt aufmerksam zu machen, die Frauen während der Geburt erfahren. Vor Kreißsälen in vielen Städten, darunter auch Köln, werden Rosen niedergelegt, um ein Zeichen des friedlichen Protests zu setzen. Die Aktion soll dazu beitragen, die Bedingungen während der Geburt zu verbessern und den Frauen mehr Respekt entgegenzubringen, berichtet NDR.

Die Initiative „Roses Revolution“ ist eine weltweite Bewegung, die 2011 von der Geburtsaktivistin Jesusa Ricoy ins Leben gerufen wurde. Seitdem haben sich Aktivistinnen und Unterstützer aus verschiedenen Ländern, darunter Frankreich, Italien und Mexiko, erfolgreich zusammengeschlossen, um auf diese wichtigen Themen aufmerksam zu machen. 2013 wurde die Bewegung auf der 3. Human Rights in Childbirth Konferenz bekannt. In Deutschland leisten Mascha Grieschat und ihr Team von „Gerechte Geburt“ seit 2014 einen wesentlichen Beitrag zur Organisation und Sichtbarkeit dieser Protestaktion, die zunehmend an Popularität gewinnt, wie auf der Website der Initiative erläutert wird gerechte-geburt.de.

Gewalt in der Geburtshilfe

Eine alarmierende Statistik: Etwa jede dritte Frau ist von Gewalt während der Geburt betroffen. Diese Gewalt kann vielfältige Formen annehmen, darunter körperliche Misshandlungen, Demütigungen und aufgedrängte medizinische Eingriffe ohne Zustimmung. Dies führt nicht selten zu schwerwiegenden psychischen Folgen wie posttraumatischen Belastungsstörungen oder Depressionen, die durch negative Geburtserfahrungen entstehen. Die Vereinten Nationen fordern schon lange den Schutz von Frauen und die Bekämpfung dieser Gewalt in der Geburtshilfe, wie das ZDF berichtet.

Die Ursachen für diese gravierenden Probleme liegen tief in einer patriarchalischen Kultur verwurzelt. Es mangelt nicht nur an Aufmerksamkeit für die Gesundheit von Frauen in Wissenschaft und Politik, auch strukturelle Defizite innerhalb des Gesundheitssystems tragen zu den schwierigen Bedingungen bei. Hebammen sind oft unter prekären Arbeitsbedingungen tätig, und die dahinterstehenden Ausbildungsstrukturen benötigen dringend Reformen. Ein effektiver Schutz der körperlichen Unversehrtheit ist nicht nur rechtlich verankert, sondern auch eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung.

Ein Aufruf zur Veränderung

Die „Roses Revolution“ will die Sichtbarkeit der betroffenen Frauen erhöhen und die Gesellschaft für die Notwendigkeit respektvoller Kommunikation und besserer Bedingungen im Kreißsaal sensibilisieren. Mascha Grieschat, Mitgründerin der Initiative, betont, wie wichtig es ist, dass Frauen gehört werden und dass die geburtshilflichen Institutionen sich ihrer Verantwortung stellen.

In Itzehoe, Pinneberg und Bad Oldesloe finden zusätzlich zu den Rosen-Aktionen auch die „Orange Days“ statt, die weitere Sensibilisierungsmaßnahmen zur Gewalt gegen Frauen unterstützen.

Es bleibt zu hoffen, dass mit der wachsenden Teilnahme an der „Roses Revolution“ auch ein zunehmendes Bewusstsein und ein Umdenken in der Gesellschaft einhergeht. Das Thema Gewalt in der Geburtshilfe braucht dringend mehr Beachtung, damit schwangere Frauen die Unterstützung und den Respekt erhalten, den sie während eines so sensiblen und wichtigen Lebensabschnitts verdienen.